Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes, in seinem Büro. (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)

Hans beklagt „Sinnentleerung“ der CDU unter Merkel

  29.08.2019 | 15:38 Uhr

Die CDU hat nach Ansicht von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) unter dem Vorsitz von Angela Merkel „eine Sinnentleerung erlebt“. „Die Seele der Partei oder kontroverse Debatten haben am Ende kaum noch eine Rolle gespielt“, sagte er dem Magazin „Cicero“.

Ministerpräsident Hans kritisiert Merkels Politik
Audio [SR 3, Uli Hauck, 30.08.2019, Länge: 00:44 Min.]
Ministerpräsident Hans kritisiert Merkels Politik

Hans sagte dem Magazin, viele Parteimitglieder fühlten sich durch die Politik Merkels vernachlässigt. Hans kritisierte die CDU auch in der Flüchtlingspolitik in 2015 und 2016. „Es sind viele Fehler gemacht worden. Zum Beispiel beim Versuch, den Menschen vorzumachen, es gebe für alles eine multilaterale europäische Lösung.“ So lange das nicht der Fall sei, „muss Deutschland als souveräner Nationalstaat in der Lage sein zu sagen, wo Grenzen sind“, sagte Hans demnach.

Hans: AKK kann auch Mitte wieder einbinden

Merkels Nachfolgerin als CDU-Vorsitzende, Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, sieht Hans weiter in einer Startposition als Nachfolgerin für Merkel als Bundeskanzlerin. „Als Parteivorsitzende ist sie natürlich eine geborene Anwärterin auf eine Kanzlerkandidatur.“

Kramp-Karrenbauer sei auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember „mit nur knapper Mehrheit gewählt worden. Deswegen musste sie denen, die sie nicht unterstützt haben, auch Angebote machen – besonders dem konservativen Flügel“, sagte Hans. Womöglich habe sie dadurch „andere in der Mitte verschreckt“. Er sei sich aber sicher, dass AKK „auch diese Wähler wieder einbinden kann. Doch das geht eben nicht von heute auf morgen.“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.08.2019 berichtet.

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