Markus Söder (CSU, r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, kommt neben Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zu einer Pressekonferenz bei der Klausurtagung des Geschäftsführenden Vorstands der Unionsfraktion im Bundestag. (Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler)

Hans spricht sich indirekt für Söder aus

  16.04.2021 | 18:00 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Hans hat sich in die Debatte um den Kanzlerkandidaten der Union eingeschaltet. Er betonte unter anderem die Bedeutung von Umfrageergebnissen - dort lag CSU-Chef Söder zuletzt deutlich vor dem CDU-Vorsitzenden Laschet. Die frühere CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer kritisierte den andauernden Machtkampf.

Im Unions-Machtkampf um die Kanzlerkandidatur hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die Bedeutung von Umfragen für die Entscheidungsfindung herausgestellt. "Es ist völlig klar, dass die Frage, mit welcher Person man die besseren Chancen bei den Wahlen hat, eine zentrale Rolle spielen muss", sagte Hans der Tageszeitung "Welt".

Umfrage-Ergebnisse alleine sollten zwar nicht im Vordergrund stehen. "Aber sie geben schon einen wichtigen Hinweis darauf, wie man sich im Wahlkampf aufzustellen hat", sagte Hans. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte sich am Donnerstag als erstes CDU-Präsidiumsmitglied bereits ähnlich geäußert.

Söder in Umfragen klar vor Laschet

Im neuesten ARD-Deutschlandtrend bekommt CSU-Chef Markus Söder deutlich mehr Zuspruch als der CDU-Vorsitzende Armin Laschet. 44 Prozent der Bundesbürger sprechen sich demnach für Söder aus. Demgegenüber sehen nur 15 Prozent der befragten Bürger Laschet als geeigneteren Kandidaten.

Die CDU-Führung hatte sich am Montag in der Frage der Kanzlerkandidatur hinter Armin Laschet gestellt, die CSU-Spitze hinter Markus Söder - beide jeweils ohne förmlichen Beschluss. Söder selbst verweist auf die seit vielen Monaten für ihn sehr positiven Umfragen. Laschet dagegen betont immer wieder, Umfragen könnten sich auch sehr schnell ändern.

Hans: Laschet soll Kandidatenfrage mit Söder klären

Saar-Ministerpräsident Hans sagte, dass er den Beschluss des Parteipräsidiums nicht so verstanden habe, dass es nur Armin Laschet werden könne. "Wir haben festgestellt, dass es zwei geeignete Kandidaten gibt. Der Auftrag war, dass Armin Laschet die Frage Kanzlerkandidatur mit Markus Söder klärt", sagte Hans. Dass sich ein Parteipräsidium hinter seinen Vorsitzenden stelle, sei doch verständlich, ergänzte der CDU-Politiker.

Hans appellierte an Laschet und Söder, sich schnell zu einigen. "Niemand muss beschädigt aus dieser Auseinandersetzung herausgehen." Beide seien Parteivorsitzende, beide seien und blieben Ministerpräsidenten. Beide würden in der Union gebraucht.

Kramp-Karrenbauer kritisiert anhaltenden Machtkampf

Die frühere CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat den andauernden Machtkampf unterdessen scharf kritisiert. "Als eines von 400.000 CDU-Mitgliedern erfüllt mich die gegenwärtige Debatte mit großer Sorge und sie macht mich traurig. Sie ist schädlich für unser Land, denn wir stehen vor enormen Weichenstellungen für die nächsten Jahre", sagte Kramp-Karrenbauer der Nachrichtenagentur dpa. Gerade dann brauche es eine starke und handlungsfähige Union. "Handlungsfähig war die Union immer dann, wenn CDU und CSU respektvoll miteinander umgegangen sind", sagte Kramp-Karrenbauer.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 16.04.2021.

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