Benoit Hamon, Sieger der Vorwahl der französischen Sozialisten (Foto: picture alliance / dpa / AP / Kamil Zihnioglu)

Hamon gewinnt Präsidentschaftsvorwahl

  30.01.2017 | 06:40 Uhr

Der Parteilinke Benoît Hamon ist der Kandidat von Frankreichs Sozialisten für die Präsidentschaftswahl in drei Monaten: Der 49-jährige Abgeordnete gewann die Vorwahl der Partei am Sonntag klar gegen den früheren Premierminister Manuel Valls.

Hamons Sieg bedeutet einen Linksruck der Sozialisten, die bei der Präsidentschaftswahl allerdings als nahezu chancenlos gelten. Valls räumte am Abend seine Wahlniederlage ein, gratulierte Hamon "herzlich" und wünschte ihm viel Glück. "Benoît Hamon ist jetzt der Kandidat unserer politischen Familie." Der frühere Bildungsminister habe jetzt die "schöne Aufgabe", das linke Lager vor der Präsidentschaftswahl zusammenzuführen, sagte der Vertreter des rechten reformorientierten Parteiflügels.

Hamon sagte, sein Sieg zeige, dass die Linke "lebendig und leidenschaftlich sei". Er wolle die Sozialisten nun zu einem Sieg bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai führen. Frankreich brauche eine "moderne und innovative Linke". Der 49-Jährige, ein Kritiker der Politik von Staatschef François Hollande, war bereits in der ersten Runde der Vorwahl vor einer Woche vorne gelandet. In der Stichwahl galt er als klarer Favorit.

Hamon hat mit einem ausgesprochen linken Wahlprogramm viele der von Hollande enttäuschten Linkswähler für sich gewinnen können. Der 49-Jährige wirbt für mehr Investitionen, eine Senkung der Arbeitszeit und mehr Umweltschutz. Außerdem will er langfristig ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 750 Euro für alle Erwachsenen einführen. An die EU-Defizitvorgaben will er sich nicht halten.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 29.01.2017 berichtet.

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