Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (gestellte Szene). (Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Wie sich Frauen gegen häusliche Gewalt schützen können

  24.03.2020 | 16:26 Uhr

Im kleinsten Kreis zu Hause – was gegen das Coronavirus wirken soll, kann in manchen Familien gefährlich werden. Es droht eine Zunahme häuslicher Gewalt. Wir erklären, wie sich besonders Frauen dagegen schützen können.

Bislang kein Anstieg häuslicher Gewalt im Saarland registriert
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 04.04.2020, Länge: 02:57 Min.]
Bislang kein Anstieg häuslicher Gewalt im Saarland registriert

In Wuhan, der chinesischen Stadt, in der die ersten Infektionen aufgetreten waren, haben die Hilferufe während der Isolation dramatisch zugenommen. „Nach Angaben der NGO (Nichtregierungsorganisation) Weiping in Beijing hat es dreimal mehr Anfragen gegeben im Vergleich zu der Zeit vor Beginn der Isolations-Maßnahmen in China“, erklärte die Frauenhauskoordinatorin Heike Herold im Gespräch mit der „Tagesschau“. Auch in Spanien sei es zu versuchten Tötungen zwischen Partnern in der Quarantäne gekommen. „Daher gehen wir davon aus, dass in Deutschland die häusliche Gewalt gegen Frauen ebenfalls zunehmen wird.“

Angebote im Saarland

Im Saarland bietet die Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt in Saarbrücken direkte Hilfe an. Dort erhalten Opfer Informationen und Unterstützung. Die Beraterinnen gehen, sofern die Betroffenen einverstanden sind, direkt auf sie zu und erleichtern ihnen so die Kontaktaufnahme. Sie klären auch einen eventuellen weitergehenden Beratungs- und Schutzbedarf ab und vermitteln ggf. an geeignete Stellen weiter. Für Kinder und Jugendliche, die Opfer häuslicher Gewalt wurden oder diese miterleben mussten, gibt es ein spezielles Hilfsangebot. Die Interventionsstelle ist telefonisch unter (0681) 3799610 erreichbar.

Der Frauennotruf berät und unterstützt telefonisch und persönlich Frauen, die misshandelt wurden oder die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Die Mitarbeiterinnen hören zu, informieren und vermitteln an spezialisierte Stellen weiter, zum Beispiel im ärztlichen oder psychologischen Bereich. Auch begleiten sie die Frauen bei allen Schritten, die diese nicht allein unternehmen können. Migrantinnen können die Beratungsgespräche auch mithilfe einer Dolmetscherin führen. Der Frauennotruf ist telefonisch montags bis donnerstags von 14.00 bis 17.00 Uhr und dienstags bis freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr unter der Nummer (0681) 36767 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten können Betroffene eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Die Beraterinnen rufen dann so schnell wie möglich zurück.

Die drei saarländischen Frauenhäuser der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bieten Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, und ihren Kindern eine sichere Unterkunft, Beratung und Unterstützung, und das unabhängig von ihrer Herkunft, Kultur oder ihrem Aufenthaltsstatus. Selbstmordgefährdete oder psychisch behandlungsbedürftige Frauen sowie Frauen mit einem Suchtproblem können nicht aufgenommen werden. Sie werden weitervermittelt. Die Frauenhäuser sind rund um die Uhr besetzt. In einem telefonischen Vorgespräch kann geklärt werden, ob die Frau eine Aufnahme oder nur ein Beratungsgespräch wünscht. Die Adressen werden zum Schutz der Bewohnerinnen nicht veröffentlicht.

Die Frauenhäuser sind unter folgenden Telefonnummern zu erreichen:

  • Saarbrücken: (0681) 991800
  • Saarlouis: (06831) 2200
  • Neunkirchen: (06821) 92250

Das Elisabeth-Zilken-Haus in Saarbrücken hilft Mädchen, Frauen und deren Kindern in Notlagen und bietet ihnen eine sichere Unterkunft. Gezielte Hilfen zur Problembewältigung und Möglichkeiten zur Selbsthilfe werden angeboten. Die Aufnahme kann rund um die Uhr erfolgen. Das Haus ist unter Telefon (0681) 10270 erreichbar.

Spezielle Beratungsstellen für Migrantinnen

Die Beratungsstelle des Vereins „Therapie Interkulturell“ richtet sich besonders an Frauen mit Migrationshintergrund. Zwei Beraterinnen mit persischem und bosnischem Migrationshintergrund betreuen und begleiten die Frauen, auch mithilfe von Dolmetschern. Auch traumatisierte Kinder werden unterstützt. Die Beratungsstelle ist unter der Nummer (0681) 373535 zu erreichen.

Die Mitarbeiterinnen des Aldona e.V. bieten ausländischen Frauen Beratung und Unterstützung an. Neben Russisch und Polnisch ist auch Unterstützung in weiteren Sprachen möglich. Telefonisch sind die Beraterinnen von Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 15.00 Uhr und freitags von 9.00 bis 13.00 Uhr unter folgenden Nummern erreichbar:

  • (0681) 373631
  • (0173) 3065832
  • (0172) 6843100

Die Trauma-Ambulanz der AHG Klinik Berus bietet Opfern sexueller Gewalt psychotherapeutische Unterstützung und stellt die Vermittlung weiterer Hilfsangebote sicher. Die Anmeldung ist montags bis freitags zwischen 9.00 und 15.00 Uhr erreichbar:
AHG Klinik Berus – Traumaambulanz OEG-Gewaltopfer –

Orannastraße 55
66802 Überherrn-Berus
Telefon: (06836) 39-161 oder -168
E-Mail: traumaambulanz-berus@ahg.de

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