Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums zieht mit einer Kanüle den Impfstoff aus einer Glasampulle auf. (Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter)

Gymniasial-Lehrer will Corona-Impfung einklagen

  19.03.2021 | 13:03 Uhr

Ein saarländischer Gymnasiallehrer will mit juristischen Schritten eine Corona-Impfung erzwingen. Er habe den Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Verwaltungsgericht des Saarlandes beantragt, teilte der Saarländische Philologenverband (SPhV) mit.

Der Verband unterstütze den Lehrer in seinem Vorhaben. Mit der Eröffnung juristischer Schritte soll die Forderung nach einem gleichberechtigten Teilhabeanspruch verdeutlicht werden. Man wolle die Ungleichbehandlung stoppen und ebenso wie die Grundschullehrer zu dem geplanten Sonderimpftermin in den Osterferien zugelassen werden. „Der SPhV sieht der Untätigkeit unserer Regierung bei der Impfung von Lehrkräften an weiterführenden Schulen nicht länger zu“, sagte der Verbandsvorsitzende Marcus Hahn.

Argument: Höheres Infektionsrisiko

Während sich die Grundschulen vollständig im Wechselunterricht befänden, würden seit dieser Woche die Klassenstufen elf in voller Klassenstärke unterrichtet, so Hahn weiter. Zudem sei das Infektionsrisiko größer, weil die Gymnasien Einzugsgebiete über mehrere Gemeinden hätten und ein Großteil der Schüler in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule komme.

"Sonst droht der nächste Schul-Lockdown"

„Es geht nicht um Privilegien, sondern um den sachgerechten Arbeitsschutz. Wer Wechselunterricht oder sogar Vollpräsenz will, darf Impfung der Lehrkräfte nicht grundlos verzögern – sonst droht nach Ostern der nächste Schul-Lockdown“, sagte Hahn.

Zuvor hatte die Landesregierung mitgeteilt, dass Lehrkräfte an weiterbildenden Schulen im Saarland nicht für eine Impfung priorisiert werden. Derzeit gibt es nur für Grundschul- und Förder-Lehrkräfte sowie für Kita- Personal eine Priorisierung.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 19.03.2021.

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