Auf dem Linslerfeld bei Überherrn will SVOLT eine Batteriefabrik errichten (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Gutachten zu SVolt werden vorgestellt

Niklas Resch / Peter Sauer / Yvonne Schleinhege   07.04.2022 | 06:32 Uhr

Die geplante Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers SVolt auf dem Linslerfeld in Überherrn sorgt für viele Diskussionen. Bürgerinitiativen, aber auch Naturschutzverbände kritisieren die Pläne. Am Abend findet eine digitale Informationsveranstaltung der Gemeinde Überherrn statt.

Heute Abend sollen bei einer Informationsveranstaltung im Kulturhaus in Überherrn mehr als 20 Gutachten rund um die mögliche Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers auf dem Linslerfeld der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Wer möchte, kann der Veranstaltung aber auch digital folgen.

Es könnte ein langer Abend werden, da das Projekt stark diskutiert wird und interessierte Bürger die Chance haben, den Gutachtern Fragen zu den einzelnen Themenfeldern zu stellen.

Über 1400 Seiten Gutachten

Den Fraktionen im Gemeinderat von Überherrn liegen die Gutachten bereits vor. Auf SR-Anfrage wollten sie sich aber nicht vorab zu den Details äußern. Der Tenor: Erstmal die Erläuterungen der Gutachter abwarten.

Die am Abend vorgestellten Gutachten befassen sich unter anderem mit dem Thema Wasserschutz - etwa der Frage, ob genügend Grundwasser vorhanden ist. Oder ob der Bau einer Batteriefabrik in einem Wasserschutzgebiet der Klasse III, in dem das Linslerfeld liegt, grundsätzlich möglich ist. 

Daneben geht es auch um den Artenschutz oder Aussagen zu möglichen Veränderungen der Luftqualität in der Region. Erwartet werden auch Gutachten zur künftigen Verkehrsführung und den möglichen Lärmbelastungen, die durch die Fabrik und den Fabrikverkehr entstehen könnten.

Kosten für Gutachten rund 770.000 Euro

In Auftrag gegeben hat die Gutachten die landeseigene Gesellschaft für Wirtschaftsförderung gwSaar. Sie ist Projektträger und will das Grundstück erwerben und erschließen. Die Details sind aber noch unklar.

Nach SR-Informationen haben die bisher eingeholten Gutachten rund 770.000 Euro gekostet. Im Anschluss an die Informationsveranstaltung werden die Gutachten auch auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht. Zudem liegen sie bis zum 9. Mai im Rathaus von Überherrn zur Einsicht aus.

Einen Monat für Stellungnahmen

Das Ganze ist Teil der sogenannten „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“, die im Verfahren (Bauleitplanverfahren) vorgeschrieben ist. Während der Offenlegung der Gutachten können Bürger, aber auch Verbände oder Unternehmen Stellungnahmen oder Anregungen zu den Gutachten bei der Gemeinde einreichen.

Diese werden dann an den Gemeinderat weitergeleitet. Der muss im Anschluss entscheiden, ob die Ansiedlung der Batteriefabrik weiter vorangetrieben wird oder nicht. Im weiteren Verlauf des Verfahrens ist dann eine weitere Beteiligung der Öffentlichkeit vorgeschrieben. Zudem wird es zusätzliche und vertiefende Gutachten geben.

BI kritisiert Fristdauer

Die Bürgerinitiative Friedrichweiler hatte bereits im Vorfeld die einmonatige Offenlegungszeit als zu knapp kritisiert. Zudem wünsche man sich, die Gutachter zu einem späteren Zeitpunkt nochmal befragen zu können.

Die IG Metall Völklingen hat für heute eine kleine Aktion vor dem Kulturhaus in Überherrn angekündigt. Man wolle ein Zeichen setzen, dass es auch eine breite Unterstützung für die Ansiedlung des Batterieherstellers gebe.

Die Bürgerinitiativen kritisieren die Aktion der IG Metall und auch ganz grundsätzlich die geplante SVolt-Ansiedlung. Mitte März hatten an einer von der BI Friedrichweiler und der BI Überherrn organisierten Demonstration mehr als 700 Menschen teilgenommen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.04.2022 berichtet.

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