Arbeiter in einer Gießerei (Foto: Imago/Westend61, Symbolfoto)

Gusswerke auch in Leipzig insolvent

Karin Mayer   24.10.2019 | 18:15 Uhr

Die Insolvenz bei den Gusswerken Saarbrücken zieht weitere Kreise. Nach dem Standort im Saarland ist nun auch das Schwesterwerk in Leipzig insolvent. Grund dafür sind nach Angaben eines Sprechers der Kanzlei Schultze & Braun die „Turbulenzen der Insolvenz in Saarbrücken.“

Die Lieferanten hätten nun auch am Standort Leipzig Vorkasse verlangt. Das sei aufgrund der schwachen Marktlage nicht finanzierbar gewesen. Die 545 Beschäftigten in Leipzig erhalten nun bis zum Jahresende Insolvenzgeld und müssen wie die rund 1000 Gusswerke-Mitarbeiter in Saarbrücken um ihre Jobs bangen.

Wettbewerb der Standorte

Die Lage im Unternehmen wird dadurch nicht einfacher. Denn nun droht auch ein Wettbewerb der Standorte. Sowohl der vorläufige Insolvenzverwalter in Saarbrücken Franz Abel als auch der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch in Leipzig wollen die Gießereien erhalten.

Für Saarbrücken spricht: Es ist der größere Standort und der Hauptsitz des Unternehmens mit einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Der Leipziger Standort ist kleiner und damit theoretisch leichter auszulasten. Der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters von der Kanzlei Schultze & Braun sieht jedenfalls gute Chancen für den Standort Leipzig.

Barke sieht gute Chancen für Saarbrücken

Die sieht umgekehrt der saarländische Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) für die Gießerei in Saarbrücken. Dem SR sagte er, er sei zuversichtlich, dass für Saarbrücken eine gute Lösung gefunden werde. Das Sanierungskonzept des zuständigen Insolvenzverwalters Abel sei vielversprechend.

Patrick Selzer von der IG Metall Saarbrücken sagte dem SR, das Werk in Saarbrücken sei selbständig und autark. Alle Produkte, die in Leipzig produziert werden, seien in Saarbrücken entwickelt und angefahren worden. Sie wurden je nach Auslastung der Maschinen nach Leipzig transferiert. Es gebe alle Ressourcen und Fähigkeiten in Saarbrücken. Jetzt komme es darauf an, wie die Kunden sich entscheiden.

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 24.10.2019 berichtet.

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