Kleine grüne Häuser stehen auf Stapeln aus Münzen (Foto: picture alliance/Klaus Ohlenschläger)

Grundsteuerbelastung im Saarland stark gestiegen

  17.09.2020 | 14:22 Uhr

Die Kommunen im Saarland haben die Hebesätze für die Grundsteuer auf bebaute oder bebaubare Grundstücke in den vergangenen Jahren bundesweit am stärksten erhöht. Von 2015 bis 2019 stiegen die Hebesätze laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young im Schnitt um 22 Prozent. 

Mit 680 Prozent verlangte die Gemeinde Gersheim im Saarpfalz-Kreis 2019 den höchsten Hebesatz im Saarland. In Perl war der Satz mit 380 Prozent im vergangenen Jahr am niedrigsten. Im Saarland ergab sich laut der Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young im Jahr 2019 eine Steuerbelastung von durchschnittlich 151 Euro je Einwohner.

NRW ist Spitzenreiter

Im Schnitt lag der Hebesatz der Kommunen im Land für die Grundsteuer B bei 421 Prozent. Der Spitzenreiter unter den Flächenländern ist Nordrhein-Westfalen mit einem Wert von 546 Prozent.

Die Grundsteuer setzt sich aus drei Faktoren zusammen: Zuerst wird ein Wert ermittelt, der etwa von Ausstattung und Größe des Hauses und des Grundstückes abhängt.

Der sogenannte Einheitswert wird dann mit der Steuermesszahl und dem jeweiligen, von der Kommune selbst festgelegten Hebesatz multipliziert.

Dies ergibt dann die zu zahlende bauliche Grundsteuer, die eine wichtige Einnahmequelle für Städte und Gemeinden ist. Sie trifft so gut wie alle Bürger, sowohl Hausbesitzer als auch Mieter über die Mietnebenkosten.

FDP fordert Grundsteuerbremse

Bei FDP Saar stößt der starke Anstieg der Grundsteuerhebesätze im Saarland auf Kritik. Sie fordert die Landesregierung auf, eine Grundsteuerbremse gesetzlich zu verankern, um das Wohnen im Saarland bezahlbar zu halten.

"Eine Erhöhung von 22 Prozent sind eine unzumutbare Belastung für die Bürger und machen in einer strukturschwachen Region das Leben besonders teuer", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Angelika Hießerich-Peter. "Die Kommunen müssen trotz den coronabedingten Einnahmeausfällen eine Kehrtwende vollziehen, wenn sie für Bürger und Unternehmen attraktiv bleiben wollen."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.09.2020 berichtet.

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