Kleine grüne Häuser stehen auf Stapeln aus Münzen (Foto: picture alliance/Klaus Ohlenschläger)

Grundsteuersatz im Saarland besonders hoch

Axel Wagner   20.08.2019 | 12:03 Uhr

Das Saarland gehört laut einer Studie zu den Bundesländern mit dem höchsten Grundsteuer-B-Hebesatz. Nirgendwo sonst wurde die Steuer seit 2017 so stark erhöht. Besonders viel zahlen müssen Eigentümer in Gersheim.

Auf durchschnittlich 417 Prozent des Steuermessbetrages beläuft sich im Saarland der Hebesatz für die Grundsteuer B, die jährliche Steuer für Gebäudeeigentümer. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor.

Alle Kommunen haben Grundsteuer erhöht

Damit liegt das Land im bundesweiten Vergleich auf dem vierten Platz hinter Nordrhein-Westfalen (540 Prozent), Hessen (442) und Sachsen (421). Besonders stark ist die Grundsteuer B zwischen 2017 und 2018 gestiegen: Mit einer Erhöhung um durchschnittlich 24,7 Prozent liegt das Saarland bundesweit an der Spitze.

Auch beim Fünfjahresvergleich von 2013 bis 2018 liegt das Land mit einem durchschnittlichen Anstieg von 31 Prozent auf dem zweiten Platz hinter Hessen (39 Prozent). In diesem Zeitraum haben alle saarländischen Kommunen ihre Grundsteuer erhöht. Von 2017 auf 2018 waren es knapp mehr als die Hälfte – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Steuerbelastung im Mittelfeld

Besonders hoch ist die Grundsteuerbelastung in Gersheim: Dort wird ein Grundsteuer-B-Hebesatz von 680 Prozent fällig. Günstigste saarländische Gemeinde ist Perl mit 320 Prozent. Zum Vergleich: Die teuerste Kommune bundesweit ist Lautertal im hessischen Odenwald. Dort wird ein Hebesatz von 1050 Prozent fällig.

Blickt man auf die jährliche Steuerbelastung, die sich aus der Grundsteuer B ergibt, liegt das Saarland für das Jahr 2018 mit rund 152 Euro je Einwohner im Mittelfeld. Die teuersten Bundesländer sind die drei Stadtstaaten Bremen (299 Euro), Hamburg (258 Euro) und Berlin (226 Euro), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (206 Euro). Bei den Einnahmen aus der Grundsteuer ist das Saarland mit 153 Millionen Euro in 2018, sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor, sogar bundesweit Schlusslicht.

Platz zwei bei Gewerbesteuern

Auch bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer liegt das Saarland hinten. 434 Millionen flossen 2018 an das Land, zwölf Prozent mehr als 2017, und das, obwohl das Saarland mit einem durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatz von 426 Prozent bundesweit an zweiter Stelle hinter Hessen (450) liegt. 80,8 Prozent der saarländischen Kommunen haben zwischen 2013 und 2018 ihre Gewerbesteuersätze erhöht, so viele wie in keinem anderen Bundesland. Den höchsten Satz zahlen Unternehmer in Saarbrücken (490 Prozent), am günstigsten ist es für sie in St. Ingbert und Wallerfangen (390 Prozent).

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 20.08.2019 berichtet.

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