Studenten in einer Vorlesung (Foto: dpa/Jens Kalaene)

Saar-Grüne fordern "Solidarsemester"

  29.12.2020 | 13:16 Uhr

Die saarländischen Grünen fordern wegen der Corona-Pandemie ein sogenanntes Solidarsemester für Studierende. Das bedeutet, ein Semester wird weder auf die Regel- noch die Maximalstudienzeit angerechnet. Das soll vor allem denen helfen, die auf BAföG oder Nebenjob angewiesen sind.

Wenn Studierende wegen der Corona-Pandemie länger für ihr Studium brauchen, kann das ernsthafte Folgen haben. Denn wenn sie ihre Maximalstudienzeit überschreiten, wird es schwierig mit dem BAföG.

Deshalb fordern die Saar-Grünen mindestens ein Solidarsemester, das nicht auf die Studienzeit angerechnet wird: "So ergeben sich Spielräume bei der Verlängerung des BAföG oder im Rahmen von Stipendien", erklärt Landeschefin Tina Schöpfer.

Kein Abschluss ohne Eltern?

Hier brauche es unbürokratische Hilfe, damit "ein guter Studienabschluss nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt". Die Corona-Krise zeigt nach Ansicht der Grünen-Landesvorsitzenden generell Handlungsbedarf bei der Studienfinanzierung.

Schöpfer plädierte für eine Grundsicherung für Studierende und Azubis. Sie forderte die Landesregierung auf, sich dafür im Bundesrat einzusetzen.

Verlängerung der Regelstundienzeit gefordert

Auch die Linksfraktion im Landtag fordert eine bessere Unterstützung der Studierenden in der Coronakrise. Die Abgeordnete Barbara Spaniol erklärte, die Regel- und Maximal-Studienzeiten müssten im Saarland um mindestens drei Semester verlängert werden. Andere Bundesländer seien hier schon weiter.

Sie kritisierte auch die bisherigen staatlichen Überbrückungshilfen. Sie seien nicht mehr als eine "Worthülse". "Rund 60 Prozent der Anträge von Studierenden an der Saar-Uni wurden im Sommersemester abgelehnt. Hier braucht es deutlich mehr Hilfe und Solidarität als bis jetzt von Bund und Land geplant", sagte Spaniol.

Programme des Bundes

Aus der Antwort auf eine kleine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Oliver Luksic an die Bundesregierung geht hervor, dass bis Anfang Dezember knapp 380.000 Euro Überbrückungshilfen für Studierende im Saarland zugesagt wurden, 366.000 Euro davon sind bereits vom Bund ans Studentenwerk ausgezahlt. Viele Anträge wurden abgelehnt, weil sie keine pandemiebedingte Notlage nachwiesen.

281 Studierende erhielten seit Mai Studienkredite der KfW.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.12.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja