Das Schild des Ford Werkes in Saarlouis (Symbolbild) (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Grüne und FDP kritisieren Rehlingers Pläne für Ford

  24.06.2022 | 12:21 Uhr

Die Grünen und die FDP im Saarland haben die Pläne von Ministerpräsidentin Rehlinger für den Ford-Standort in Saarlouis kritisiert. Für einen dauerhaften Strukturwandel griffen Rehlingers Lösungen zu kurz. Zudem fehle ein Plan B.

Mit mehr oder weniger konkreten Punkten hatte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Landtages ihre Pläne für den Ford-Standort in Saarlouis verkündet.

So machte Rehlinger deutlich, dass Ford auch nach 2025 Verantwortung für die Beschäftigten in Saarlouis übernehmen müsse. "Wir erwarten, dass das Management eigene Ideen und Vorschläge entwickelt, wie eine größtmögliche Zahl von Arbeitsplätzen über 2025 hinaus am Standort gesichert werden kann", sagte Rehlinger unter anderem.

"Wirtschaftspolitischer Offenbarungseid"

Doch gerade das kritisieren die Grünen im Saarland. So zeige Rehlingers Plan keine Ideen für einen echten Strukturwandel, sondern wirke "eher wie der verzweifelte Versuch der Landesregierung, die bestehenden Strukturen bis zur nächsten Wahl zu retten".

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"Appelle an Ford reichen nicht"

Besonders enttäuschend sei aus Sicht der Vorsitzenden der Saar-Grünen, Uta Sullenberger und Ralph Nonninger, die Aussage, dass Rehlinger die Ideen und Konzepte vom Ford-Management einfordert. „Die Ministerpräsidentin und ehemalige Wirtschaftsministerin leistet mit einer solchen Forderung einen wirtschaftspolitischen Offenbarungseid", sagte Sullenberger.

Nur an Ford und den Bund zu appelieren, selbst aber lediglich Runde Tische und Konferenzen anzubieten, sei demnach "deutlich zu wenig“. Zudem plane Rehlinger "mit Flächen, die ihnen noch nicht einmal gehören", so Nonninger. Rehlinger hatte zuvor betont, über die Flächen zu verhandeln, die sich derzeit noch im Besitz von Ford befinden.

"Wieso gibt es keinen Plan B"

Auch die FDP Saar übt deutliche Kritik und fordert die Landesregierung auf, schnell tätig zu werden. Die Landesregierung müsse endlich einen konkreten Plan B für das Saarland präsentieren. "Wieso gibt es den nach so einer langen Diskussion um den Ford-Standort noch nicht", sagte Saar-FDP-Chef Oliver Luksic.

Es sei sinnvoll, Anreize für mögliche Kooperationen zur Weiternutzung des Standortes zu definieren und Gespräche mit Investoren zu führen. "Vielversprechend wäre eine hybride Nutzung des Geländes mit Ford und neuen Investoren, um zukünftig eine Vielzahl innovativer Unternehmen in Saarlouis anzusiedeln", so Luksic weiter. "Weshalb die SPD-Landesregierung diese Lösungen bisher noch nicht vorbereitet hat, ist unverständlich."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.06.2022 berichtet.

Video [aktueller bericht, 23.06.2022, Länge: 3:07 Min.]
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