Wald im Saarland (Foto: SR)

Grüne wollen zweiten Urwald für Saarbrücken

  06.03.2019 | 15:08 Uhr

Die Saarbrücker Grünen wollen, dass rund um die Universität des Saarlandes in Saarbrücken ein zweiter Urwald eingerichtet wird. Ausdrücklich davon ausgenommen sein soll aber die bereits geplante Erweiterung des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit (CISPA).

Beim Urwald handelt es sich um ein Waldgebiet, das sich weitestgehend ohne menschlichen Einfluss entwickelt und bei dem auf eine wirtschaftliche Nutzung des Rohstoffs Holz verzichtet wird. Die Kreisvorsitzende der Grünen, Barbara Meyer-Gluche, sieht ein solches Gebiet für die Uni als „politische Ausgleichsmaßnahme“ für die Zukunft.

Einen ersten Urwald gibt es in Saarbrücken schon seit 1997, den „Urwald vor den Toren der Stadt“ zwischen der A1 und der L259. Hier ist seit 2005 auch der Friedwald angesiedelt, ein natürlicher Friedhof mitten im Wald.

„Der ‚Urwald vor den Toren der Stadt‘ ist ein Erfolgsmodell“, sagt Meyer-Gluche. „Wir wollen einen zweiten Urwald vor den Toren der Uni. Der Wald rund um die Uni ist ein Schatz und enthält eine Vielzahl an schützenswertem Laubbaumbestand.“ Der sei gerade in jüngster Zeit vermehrt abgeholzt worden. Jetzt müsse der Schutz im Vordergrund stehen. Ganz ausgefeilt ist der Plan für diesen zweiten Urwald aber noch nicht. Er soll rund um die Universität entstehen. „Die genauen Grenzen haben wir noch nicht festgelegt.“

Ausnahme CISPA

Ausdrücklich ausgenommen ist dabei für Meyer-Gluche aber die bereits geplante Erweiterung des CISPA zwischen dem Stuhlsatzenhausweg und dem Autobahnzubringer. „Wir stellen uns explizit nicht gegen die Ansiedlung des Instituts an der Uni. Bevorstehende notwendige Eingriffe in die Natur müssen aber auf ein Minimum beschränkt sein.“ Es gehe den Saarbrücker Grünen darum, darüber hinausgehende Pläne zur Erschließung des Uni-Waldes zu verhindern. Damit soll, so ihre Vorstellung, Saarbrücken auch als Forschungsstandort attraktiver und die Lebensqualität für die Saarbrücker erhöht werden.

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