David Maaß (Foto: Imago/BeckerBredel)

Grüne Jugend übt scharfe Kritik an GdP-Landeschef Maaß

mit Informationen von Janek Böffel und Christoph Grabenheinrich   26.07.2022 | 17:06 Uhr

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, David Maaß, wird wegen der geringeren Zahl geplanter Neueinstellungen bei der Polizei massiv kritisiert. Der GdP-Chef ist seit April auch SPD-Landtagsabgeordneter. CDU und Grüne Jugend Saar werfen ihm vor, beide Rollen zu vermengen.

Die Grüne Jugend hat den Chef der GdP im Saarland und SPD-Landtagsabgeordneten David Maaß kritisiert. Sie wirft ihm vor, seine Ämter als Gewerkschaftschef und SPD-Politiker zu vermischen. Maaß hatte in einem Facebook-Beitrag CDU-Kritik zurückgewiesen und die Arbeit von Neu-Innenminister Reinhold Jost (SPD) verteidigt.

Das Lob für Parteifreund Jost war dabei schon fast überschwänglich. Mit ihm habe man einen Innenminister, der sich sehr für das Wohlergehen der Polizei interessiere und engagiere, so Maaß auf seinem Facebook-Profil.

Schönrednerei vorgeworfen

Der CDU-Innenpolitikerin Anja Wagner-Scheid hingegen warf er einen unglaubwürdigen Politikstil vor. Schließlich habe die CDU die Polizeipolitik der Vergangenheit verantwortet.

Wagner-Scheid hatte Maaß vorgeworfen, das Brechen der SPD-Wahlversprechen schönzureden, nachdem die Landesregierung die Zahl der Polizeianwärterinnen und -anwärter nicht wie angekündigt auf 150 erhöht, sondern auf 115 bis 120 gesenkt hatte.

Nun wirft sich ausgerechnet die Grüne Jugend in die Bresche, um Wagner-Scheid zu verteidigen. Maaß‘ Wortwahl in ihre Richtung sei irritierend, heißt es in einer Mitteilung. Man müsse auf sachliche Kritik auch sachlich eingehen können. Maaß sei nicht mehr in der Lage, seine Rollen zu trennen. Als Gewerkschafter müsse er die Politik treiben, nicht das Versagen rechtfertigen, so die Landesvorsitzende Jeanne Dillschneider.

Kritik auch von Polizeigewerkschaft

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft Saar (DPolG) ist unzufrieden. Deren Vorsitzender Sascha Alles spricht von einer nicht zu empfehlenden Doppelrolle. Es sei grundsätzlich schwierig, gleichzeitig Regierungsvertreter und Gewerkschafter zu sein. Angesichts der geplanten geringeren Neueinstellungen dennoch von einer Trendwende zu sprechen, sei nicht seriös.

Maaß weist die Kritik als unberechtigt, teils populistisch zurück. Sie zeuge von einem seltsamen Demokratieverständnis und sei ein billiger Versuch, die GdP ins schlechte Licht zu rücken. Deren Vorstand bestehe aus mehreren Mitgliedern, die ihre Linie stets gemeinsam abstimmten. Die geplanten Einstellungszahlen bei der Polizei lägen mit um die 120 über denen der Abgänge im selben Jahr.  

Kommentar

Kommentar zur Kritik an GdP-Landeschef Maaß
"Auch mal Parteibuch zur Seite legen"
Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP, David Maaß, steht in der Kritik. Die CDU und die Grüne Jugend Saar werfen ihm vor, seine Ämter als Gewerkschafter und SPD-Landtagsabgeordneter zu vermischen. Dazu ein Kommentar von Janek Böffel aus der SR-Landespolitik.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.07.2022 berichtet.

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