Ein Junge macht zuhause mit seiner Mutter am Schreibtisch Hausaufgaben. (Foto: picture alliance/dpa/Europa Press/Eduardo Parra)

Grüne kritisieren Corona-Strategie im Saarland

  14.12.2020 | 16:29 Uhr

Die Grünen im Saarland haben Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) wegen ihres Vorgehens in der Corona-Krise scharf kritisiert. Landeschef Markus Tressel sagte, die Strategie für die Bildung im Saarland sei krachend gescheitert.

Die Schulen, so Tressel, seien durch das kompromisslose Beharren auf Präsenzunterricht um jeden Preis kaum besser auf den kommenden Lockdownn vorbereitet als im Frühjahr.

Tressel: Ministerin hat Realität verweigert

„Jetzt ist eingetreten, was viele seit Monaten prophezeit haben, unter anderem die Schülervertreter und sämtliche Bildungsgewerkschaften“, so Tressel. Der Ministerin wirft er Realitätsverweigerung vor. „Schulen, die unterschiedliche Hybrid- und Wechselmodelle beim Unterricht einrichten wollten, um besser für die erwartbare zweite Welle gerüstet zu sein, hat man regelrecht ausgebremst und damit auch verhindert, dass man jetzt auf tatsächlich funktionierende und belastbare Strukturen für den Fernunterricht zurückgreifen kann.“ In Nordrhein-Westfalen habe die dortige SPD für eine vergleichbare Performance den Rücktritt der FDP-Ministerin gefordert.

Mehr Autonomie für Schulen

Grünen-Bildungsexperte Klaus Kessler fordert von der Landesregierung für die Zeit nach den Weihnachtsferien mehr Autonomie für die Schulen und mehr technische Unterstützung. „Wir müssen technisch und didaktisch die Möglichkeit haben, gute Bildung und Betreuung mit der Bewältigung hoher Infektionszahlen zusammenbringen, und das über den 10. Januar hinaus.“

Neben Streichert-Clivot hatten sich auch die Landeselternvertretungen lange Zeit für den Präsenzunterricht ausgesprochen. Während die Landeselternvertretung der Gymnasien die jetzt getroffene Entscheidung kritisiert, will die Landeselterninitiative Bildung sie hingegen akzeptieren.

Mehr zum Thema

Abschlussklassen kehren zur Präsenz zurück
Das gilt an Schulen und Kitas im harten Lockdown
Der Lockdown in Schulen und Kitas wurde bis zum 31. Januar verlängert. Ausgenommen davon sind Schüler, die in diesem Jahr ihre Abschlussprüfungen machen. Sie sollen laut Bildungsministerium ab dem 11. Januar gestaffelt wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren. Ein Überblick über die Maßnahmen.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja