Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen (Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld)

Annalena Baerbock soll Kanzlerkandidatin der Grünen werden

  19.04.2021 | 12:51 Uhr

Annalena Baerbock soll als erste Kanzlerkandidatin für die Grünen antreten. Das gab die Partei am Montagvormittag bekannt. Co-Chef Robert Habeck stimmte auf einen harten Wahlkampf ein. Die endgültige Entscheidung soll auf dem Grünen-Parteitag Mitte Juni fallen. Die Saar-Grünen gratulierten Baerbock zur Nominierung.

Habeck sagte zur Einleitung, die Grünen hätten seit dreieinhalb Jahren eine gute Spitze. Baerbock und er hätten einen neuen Führungsstil etabliert, der das Miteinander nach vorne stellt. Der Erfolg der Partei sei in diesem Führungsverständnis begründet.

Video [aktueller bericht, 19.04.2021, Länge: 3:23 Min.]
SR-Hauptstadtkorrespondent Uli Hauck zur Kandidatenfindung

Baerbock verspricht „klimagerechten Wohlstand“

Die Grünen liegen derzeit in Umfragen zwar deutlich hinter der Union. Dennoch könnten sie nach der Bundestagswahl möglicherweise in der Dreierkoalition mit SPD und FDP oder SPD und Linken den Bundeskanzler stellen.

Baerbock legte in ihrer Ankündigung den Fokus auf Digitalisierung, Freiheit und „klimagerechten Wohlstand“. Letzteres sei die Aufgabe ihrer Generation. Dafür brauche es Mut, Dinge anders zu machen. „Wir haben es in der Hand.“ Jetzt zähle, was alles möglich sei.

Glückwünsche aus dem Saarland

Der saarländische Grünen-Landeschef Markus Tressel lobte, die Grünen hätten mit Baerbock eine „herausragende Kanzlerkandidatin“. Sie stehe für einen Aufbruch in eine neue Politik, die viele Themen zusammenbringe: Ökologie und Klimaschutz genauso wie eine zukunftsfähige Wirtschafts- und eine moderne und gerechtere Sozialpolitik.

Simone Peter: "Ich halte sie für absolut qualifiziert"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 19.04.2021, Länge: 03:51 Min.]
Simone Peter: "Ich halte sie für absolut qualifiziert"

Die ehemalige Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter gratulierte Baerbock unmittelbar nach der Bekanntgabe. „Du rockst das als Kanzlerkandidatin von @Die_Gruenen“, schrieb sie im Kurznachrichtendienst Twitter. Im SR-Interview sagte Peter, mit einer jungen und qualifizierten Frau an der Spitze hätten die Grünen den richtigen Weg eingeschlagen. Baerbock sei trotz fehlender Erfahrung in einer Regierung eine gute Wahl. Acht Jahre als Bundestagsabgeordnete und fast vier Jahre als Bundesvorsitzende seien eine hohe Qualifikation.

Die Grüne Jugend Saar teilte mit, mit der Entscheidung sei eine „historische Chance“ genutzt worden. Baerbock stehe für konsequenten Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und einen offenen, modernen Politikstil.

Keine Entscheidung bei der Union

Baerbock sagte, die K-Frage bei den Grünen sei bereits vor Ostern entschieden worden. „Wir haben es uns beide zugetraut.“ Man habe in den vergangenen Monaten immer wieder vertraulich darüber gesprochen. Es solle ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, „wenn wir es gut machen, auch für das Land“.

Offen ist unterdessen noch, wen die Union als Kanzlerkandidaten ins Rennen schickt. Sowohl CDU-Chef Armin Laschet als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erheben Anspruch auf das Amt, eine Lösung scheint bisher nicht in Sicht. Zwar hat sich das CDU-Präsidium klar für Laschet ausgesprochen, unter den Unions-Bundestagsabgeordneten und bei der Jungen Union zeichnet sich jedoch eher Zustimmung für Söder ab.

Die SPD schickt Finanzminister Olaf Scholz ins Rennen um das Kanzleramt, die FDP hat bereits Christian Lindner für die Wahlkampfspitze nominiert. Linke und AfD haben noch nicht über ihre Spitzenkandidaturen entschieden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.04.2021 berichtet.

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