Ein Schüler hat seinen Kopf zwischen Schreibutensilien und Schulheften im Unterricht auf die Schulbank gelegt (Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene)

Grüne wollen mehr Psychologen an Schulen

  13.02.2021 | 15:07 Uhr

Die Corona-Krise hat zu einem Anstieg an psychischen Auffälligkeiten bei Kindern geführt, sagt eine Studie. Die Grünen im Saarland fordern nun eine Ausweitung des psychologischen Dienstes.

Ein knappes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland zeigt fast jedes dritte Kind psychische Auffälligkeiten. Das ist das Ergebnis der zweiten Befragung der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Sorgen und Ängste hätten noch einmal zugenommen, auch depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen seien verstärkt zu beobachten. Vor der Corona-Krise gab es laut Untersuchung lediglich bei zwei von zehn Kindern ein Risiko für psychische Auffälligkeiten.

Diese Ergebnisse seien alarmierend, sagen die saarländischen Grünen. Es müsse alles unternommen werden, damit Erkrankungen und Therapiebedarf gar nicht erst entstehen. Sie fordern die Landesregierung auf, den zuständigen Kreisen mehr Geld zur Schaffung von Stellen beim schulpsychologischen Dienst zur Verfügung zu stellen. Im Saarland komme laut Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen nur eine Vollzeit-Psychologiestelle auf 4934 Schülerinnen und Schüler.

Kürzere Wege und geringere Hürden

Außerdem brauche es kürzere Wege und geringere Hürden. "Wir brauchen den schulpsychologischen Dienst als feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner direkt in der Schule. Der Weg für Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler sollte so kurz und unkompliziert wie möglich sein", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Jeanne Dillschneider.

SPD sieht Grüne in der Verantwortung

Die SPD-Fraktion sieht bei der Stärkung der schulpsychologischen Dienste auch die Grünen in der Verantwortung. Die Regierung habe beim Ausbau der Schulsozialarbeit wichtige Weichen gestellt. Auch die Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) betone die Dringlichkeit des weiteren Ausbaus eines multiprofessionellen Unterstützungsteams.

Dass geringere Hürden und kürzere Wege nötig seien, sei richtig. Man könne die Zuständigkeiten aber nicht ignorieren. Der kürzeste Weg wäre es, wenn die Grünen für eine Ausweitung des schulpsychologischen Dienstes an den Saarbrücker Schulen sorgen würden.

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