Einleitung in Gewässer (Foto: SR)

Grubenwasser: RAG hat Widerspruch eingelegt

  05.02.2019 | 13:25 Uhr

PCB-belastetes Grubenwasser, das in saarländische Flüsse eingeleitet wird, sorgt seit längerem für Ärger und Unmut in den betroffenen Gemeinden. Eigentlich sollte die RAG ab diesem Jahr zu strengeren Auflagen verpflichtet werden. Doch der Konzern hat jetzt Widerspruch eingelegt.

Grubenwasser-Reinigung: Interview mit Armin König, Initiative „Wasser ist Leben“,
"RAG Widerspruch ausgerechnet gegen die zentralen Auflagen"
Armin König, Bürgermeister von Illingen und Sprecher der Initiative „Wasser ist Leben“, hat öffentlich gemacht, dass die RAG gegen die Grubenwasser-Reinigung Widerspruch eingelegt hat.

PCB im Klinkenbach bei Schiffweiler oder im Fischbach in Camphausen – Folgen des Bergbaus im Saarland, um die sich die RAG eigentlich kümmern soll. Der Konzern soll dafür sorgen, dass das giftige PCB - wenn es schon nicht ganz aus dem Wasser verschwindet - zumindest den zulässigen Grenzwert nicht überschreitet. Dieser war bisher deutlich erhöht. Das hatten Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz gezeigt, die Anfang 2018 an die Öffentlichkeit kamen.

Die RAG sollte ab diesem Jahr strengere Auflagen erfüllen. So war es Ende 2018 in den neuen Wasserbescheiden festgelegt worden. Doch nun wurde bekannt: Die RAG hat am 18. Januar Widerspruch gegen die neuen Wasserbescheide eingelegt. Der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) wirft der RAG vor, "mit aller Macht Aufwendungen für eine Grubenwasserbehandlung zu verhindern". "Die RAG leitet weiterhin Giftstoffe in die hoch belasteten Bäche ein, obwohl dies jetzt nicht mehr von den alten Wasserbescheiden gedeckt ist", so König.

Wirtschaftsmisterium hält sich bedeckt

Das Wirtschaftsministerium wartet nach eigenen Angaben noch auf die Begründung des Widerspruchs und will sich aktuell nicht zu der Sachlage äußern. Dass die Landesregierung nicht von sich aus über den Widerspruch informiert hat, findet König "etwas merkwürdig" vor dem Hintergrund der heftigen Kontroversen im vergangenen Jahr. König vermutet, dass die RAG auf Zeit spielt. Dies könnte aber ein gefährliches Spiel werden. Die RAG leite gefährliche und sogar verbotene Stoffe ein - und das könne auch strafrechtliche Folgen haben.

Umweltminister Reinhold Jost (SPD) setzt nun darauf, dass man in dieser Angelegenheit zu einer einvernehmlichen Lösung kommt. Das sagte er dem SR. Falls nicht, würden die Anordnungen mit Verwaltungszwang umgesetzt.

Kollegengespräch: "Es sieht ganz so aus, als ob es im Detail nicht geklärt war"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Nadine Thielen/Renate Wanninger, 05.02.2019, Länge: 02:46 Min.]
Kollegengespräch: "Es sieht ganz so aus, als ob es im Detail nicht geklärt war"

Über dieses Thema hat auch die Region am Mittag auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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