Bergleute unter Tage (Foto: dpa)

Illingen wehrt sich gegen Grubenwasser-Pläne

  28.11.2017 | 13:34 Uhr

Die Gemeinde Illingen will Einwände dagegen erheben, dass die RAG weniger Wasser aus ehemaligen Bergwerken abpumpt. Bürgermeister König kritisiert, dass in einem entsprechenden Gutachten Auswirkungen auf Gebäude, Gas- und Wasserleitungen nicht ausreichend untersucht worden seien.

Die RAG will die Pumpen in ehemaligen Bergwerken teilweise abstellen. Das Grubenwasser soll dann bis auf Minus 320 Meter ansteigen. Ein entsprechender Antrag ist gestellt, ein zugehöriges Gutachten veröffentlicht. Betroffen wären 30 saarländische Gemeinden. Diese können noch bis Mitte Januar Einwände erheben. Als erste Gemeinde hat nun Illingen Widerstand gegen den Plan der RAG angekündigt.

"Beachtliche Lücken"

Nach CDU-Bürgermeister Armin Königs Ansicht weist das Gutachten "an vielen Stellen beachtliche Lücken und Defizite" auf. Ein Beispiel seien durch den Grubenwasseranstieg bedingte Hebungen. König fürchtet Auswirkungen auf Gebäude, aber auch auf die Netzinfrastruktur, also auch Gas- und Wasserleitungen. Diese seien im Gutachten nicht untersucht worden.

In Illingen habe es früher schon einmal Totalschäden gegeben, deshalb habe man das Gasnetz gesondert überwacht, bis die Senkungen nach dem Bergbauende abgeklungen waren. Für neue Belastungen sei das Netz gar nicht ausgelegt. Das Gutachten aber sehe eine ähnliche Überwachung im Falle von Hebungen nicht vor.

Flutung in Illingen "nicht zumutbar"

König hält den derzeitigen Plan der RAG für nicht genehmigungsfähig: "Wir halten nach jetzigem Stand eine Flutung in unserem Bereich für nicht zumutbar." Dass Illingen am Ende als einzige Gemeinde Widerspruch einlegt, glaubt König nicht. Bis zum Stichtag am 15. Januar bleibt den anderen Kommunen im Land dafür noch Zeit.

Über dieses Thema wurde auch in der Region am Mittag auf SR 3 Saarlandwelle vom 28.11.2017 berichtet.

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