Das Rathaus in Großrosseln (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Vorwürfe gegen Müller und Kramp-Karrenbauer

Jonathan Janoschka   26.01.2019 | 08:53 Uhr

Der Bürgermeister von Großrosseln, Jörg Dreistadt (SPD), hat schwere Vorwürfe gegen die ehemaligen saarländischen Regierungschefs Peter Müller und Annegret Kramp-Karrenbauer erhoben. Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, sollen die beiden CDU-Politiker laut Dreistadt die Gemeinde davon abgehalten haben, Frankreich wegen Bergbauschäden in Höhe von vier Millionen Euro zu verklagen. Dies wurde am Freitag bei einem Ortstermin des Landtagsausschusses für Grubensicherheit bekannt.

Vorwürfe wegen Bergbauschäden in Großrosseln
Audio [SR 3, (c) SR, 26.01.2019, Länge: 00:50 Min.]
Vorwürfe wegen Bergbauschäden in Großrosseln

Laut Dreistadt geht es um Schäden im Großrosseler Ortsteil Naßweiler aus der Zeit des aktiven Bergbaus in Lothringen vor 2003. Die Rede ist von rund vier Millionen Euro Schäden an öffentlichen Anlagen, wie Kanälen und Straßen. Die staatliche französische Bergbaugesellschaft wollte davon nur einen Teil entschädigen, die Gemeinde bereitete daraufhin eine Klage vor. 2005 habe es deswegen einen Termin beim damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) gegeben. Dieser soll Dreistadts Amtsvorgänger Peter Duchene (CDU) nahegelegt haben, auf eine Klage zu verzichten. Stattdessen habe Müller Hilfen des Landes versprochen. Die seien aber nie gezahlt worden.

Großrosseln habe weiter eine Klage vorbereitet. Deswegen habe es 2011 erneut einen Termin in der Staatskanzlei gegeben – diesmal mit Annegret Kramp-Karrenbauer als Hausherrin und Dreistadt als Bürgermeister. Auch Kramp-Karrenbauer habe einen Klageverzicht nahegelegt und Hilfen versprochen – erneut sei aber kein Geld geflossen. Schließlich habe Großrosseln auf eine Klage verzichtet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 26.01.2019 berichtet.

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