Kran auf einer Baustelle (Foto: picture alliance/Bildagentur-online)

Großrazzien bei Baufirmen

Thomas Gerber   07.02.2020 | 16:04 Uhr

Drei leitende Mitarbeiter von namhaften Baufirmen stehen im Verdacht, bei einem Projekt in Neunkirchen Preise und Angebote zu Ungunsten von Saarstahl abgesprochen zu haben. Am Mittwoch gab es deshalb eine großangelegte Durchsuchungsaktion. Die Staatsanwaltschaft bestätigte entsprechende SR-Informationen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Baufirmen "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" vor. Durchsucht wurden insgesamt 14 Objekte im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Neben den Privatwohnungen der drei Beschuldigten wurden zeitgleich unter anderem die Zentralen der Baufirmen in St. Ingbert, Essen und Stuttgart durchsucht.

Höhe des Schadens unklar

Zudem wurden Unterlagen bei der möglicherweise geschädigten Saarstahl AG in Völklingen und Neunkirchen sichergestellt. An der Razzia waren mehr als 80 Beamte beteiligt. Zu den Preisabsprachen soll es 2015 im Rahmen der Ausschreibung des Baus einer technischen Anlage der Saarstahl AG in Neunkirchen gekommen sein.

Das Auftragsvolumen belief sich laut Staatsanwaltschaft auf 1,2 Millionen Euro. Wie hoch der Schaden ist, der Saarstahl entstanden sein könnte, ist unklar. Die Saarstahl AG wollte sich nicht näher zu den Vorgängen äußern. Eine Sprecherin erklärte lediglich, dass jährlich Aufträge im Volumen von 160 Millionen Euro vergeben würden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.02.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja