Großbordell in Fenne (Foto: SR)

Großbordell in Fenne geschlossen

Jürgen Rinner / Onlinefassung: Axel Wagner   20.01.2019 | 19:50 Uhr

Es gilt als das älteste Gewerbe der Welt, aber kaum jemand will ein Bordell in seiner unmittelbaren Nachbarschaft haben. In Völklingen wurde ein vor wenigen Monaten eröffnetes Bordell jetzt wieder geschlossen. Das Geschäft lohnte sich offensichtlich nicht.

Der Puff ist dicht. Anwohner und Kommunalpolitiker sind erleichtert. Eine Völklinger und eine Düsseldorfer Firma hatten dort einiges investiert. Sie erwarteten gute Geschäfte, denn die Grenznähe zu Frankreich ist für Bordellbetreiber sehr lukrativ. In Frankreich ist Prostitution verboten, und das Etablissement in Fenne ist keine zehn Kilometer davon entfernt.

Die Kommunalpolitiker in Völklingen wollten die Eröffnung verhindern, aber sie hatten keine rechtliche Handhabe. Allerdings konnten sie die Öffnungszeiten stark einschränken, weil das Bordell an ein Wohngebiet grenzt. Von 22 bis 6 Uhr musste es geschlossen sein.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 20.01.2019, Länge: 2:03 Min.]
Aus für umstrittenes Großbordell in Fenne

Öffungszeiten als Hebel

„Es ist natürlich ein Wohngebiet, und das ist eine ganz entscheidende Situation und Lage“, so Stadtratsmitglied Eric Kuhn (SPD). „Der Gesetzgeber gibt nun mal vor, dass in solchen Wohnlagen bestimmte Zeiten eingehalten werden müssen.“

Die Fraktionen im Völklinger Rathaus befanden sich damit in seltener Eintracht. Sie kamen dem Widerstand vieler Bürger in Fenne und auch angrenzenden Ortsteilen von Völklingen nach. „Die Bürgerinitiative Fenne hat dazu geführt, dass wir Demonstrationen hatten, sowohl hier vor dem Rathaus als auch in Fenne“, so Uwe Steffen (CDU). Es seien mehr als 1100 Unterschriften gesammelt worden, und das bei 900 Einwohnern in dem Stadtteil.

Über den Umweg der eingeschränkten Öffnungszeiten konnten Bürger und Politik letztlich ihr Ziel erreichen. Damit lohnte sich der Betrieb offensichtlich nicht. Die Betreiber wollten sich gegenüber dem SR nicht äußern.

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" im SR Fernsehen vom 20.01.2019 berichtet.

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