Autos fahren über die Grenze nach Luxemburg (Foto: dpa/Oliver Berg/Montage SR)

Pendler: Grenzregion will Geld von Luxemburg

Axel Wagner / mit Informationen von Lisa Huth   22.05.2019 | 15:37 Uhr

Lothringen und Rheinland-Pfalz fordern Ausgleichzahlungen für die Grenzpendler nach Luxemburg. Der Grund: Sie zahlen in Deutschland keine Einkommenssteuer. Die Grenzregion hofft dafür auf Unterstützung aus Berlin und Paris.

Im Prinzip ist das Anliegen einfach: Die Deutschen und Franzosen halten Busse und Straßen vor, damit die Grenzpendler nach Luxemburg kommen, um dort zu arbeiten. Das kostet viele Millionen. Außerdem schicken die Grenzpendler ihre Kinder zuhause in die Schulen. Für all das fließen keine Steuern in die Säckel derer, die es vorhalten und bezahlen müssen.

Darüber beschweren sich die Verwaltungen der Grenzregion in einem Schreiben an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Fast die Hälfte der Beschäftigten in Luxemburg kommt aus dem Grenzgebiet – rund 22.000 aus dem Kreis Trier-Saarburg, 8960 aus dem Saarland. Bei einem durchschnittlichen Bruttoverdienst von 54.000 Euro im Jahr, so rechnen es die Unterzeichner des Briefes vor, wären das rund 1,2 Milliarden Euro Einkommen, die bis jetzt allein in Luxemburg versteuert werden.

Auch im Saarland Interesse

Unterschrieben haben den Brief die Bürgermeister von Metz und Trier sowie die Landräte von Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm. Der Initiator des Schreibens hatte auch das saarländische Finanzministerium angeschrieben. Der heutige Landtagspräsident Stephan Toscani (CDU) sagte dem SR, er habe das Schreiben zur Prüfung weitergegeben, dann sei aber der Amtswechsel gekommen.

Der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) ergänzte, er habe davon keine Kenntnis gehabt. Natürlich sei auch er interessiert daran, Gelder zu erhalten, wenn Paris und Berlin Ausgleichszahlungen mit Luxemburg aushandeln könnten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 22.05.2019 berichtet.

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