Ein Windrad (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

27 Windräder zum Schutz des Rotmilans abgeschaltet

  03.05.2020 | 17:57 Uhr

Tagsüber stehen im Saarland derzeit 27 Windräder still. Sie sind abgeschaltet, um Greifvögel zu schützen – insbesondere den Rotmilan.

Durch die trockenen Böden wachsen Raps und Wintergetreide laut Umweltministerium derzeit unter vielen Windenergieanlagen nicht hoch und dicht genug. Der dichte Bewuchs schützt normalerweise die Greifvögel. Er verhindert, dass etwa der Rotmilan auf die Jagd nach Mäusen geht.

Insgesamt seien 27 von 74 kontrollierten Windenergieanlagen abgeschaltet worden. Die restlichen Anlangen waren hingegen unter den Windrädern ausreichend bewachsen. Der Betrieb der Windkraftanlagen wird laut Ministerium nur mit Auflagen zum Bewuchs genehmigt.

Betreiber meist einsichtig

Bei der Abschaltung gab es demnach auch nur wenige Probleme: "Die große Mehrheit der Betreiber hält sich an diese Bestimmungen und hat die Windräder, wo notwendig, freiwillig abgeschaltet", sagte Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Nur in einem Fall habe man die Abschaltung mithilfe einer Anordnung und Zwangsgeldandrohung erzwingen müssen.

Kritik vom Bundesverband Windenergie Saar

Der Bundesverband Windenergie, Regionalverband Saar, wirft dem Umweltministerium vor, mit der Abschaltung den Artenschutz gegen den Klimaschutz auszuspielen. Der Rotmilan sei nicht gefährdet. Sein Bestand habe sich mindestens stabilisiert.

Außerdem sei es kein wirksamer Artenschutz, Windräder abzustellen. Stattdessen führe das zu mehr CO2-intensiver Stromproduktion, was wiederum schlecht für das Klima sei. Dabei dürfe man Klimaschutz nicht vom Artenschutz trennen.

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