Ein Stapel gefällte Baumstämme im Wald (Foto: Greenpeace Saar)

Ministerium verteidigt Waldbewirtschaftung

  08.10.2018 | 11:22 Uhr

Das Umweltministerium hat Kritik der Umweltschutzorganisation Greenpeace zurückgewiesen, wonach im Saarland zu viele Bäume gefällt und zu viel totes Holz aus dem Wald entnommen werde. Jedes Jahr werde die Bewirtschaftung des Staatswaldes von Zertifizierern anerkannt, verteidigt das Ministerium die Arbeit der SaarForst-Mitarbeiter.

Nach Ansicht der Umweltschützer entfernt der SaarForst in Dudweiler und Sulzbach zu viel totes Holz aus dem Wald. Dadurch gehe der Lebensraum für bestimmte Vögel oder Tiere verloren. Zudem kritisiert Greenpeace die Fällung alter Buchen im Bereich Scheidter Berg.

"Kritik nicht gerechtfertigt"

Aus Sicht des Umweltministeriums ist diese Kritik nicht gerechtfertigt. Der SaarForst bewirtschafte den saarländischen Staatswald seit 30 Jahren nach anerkannten Kriterien. Dieser sei als einziger Staatsforst in Deutschland sogar vom NABU als naturnah und nachhaltig ausgezeichnet worden. Konzeptbestandteile sähen zudem einen Nutzungsverzicht auf zehn Prozent der staatlichen Waldfläche vor, der beim SaarForst zu Mindereinnahmen von knapp vier Millionen Euro führe. Dennoch bleibe der Staatswald auch ein Wirtschaftswald. Ohne die Bewirtschaftung gäbe es überhaupt keine Wege in unseren Wäldern. "Diese wurden nämlich nicht ursächlich für Spaziergänger, Freizeitsportler und Erholung Suchende angelegt", so das Ministerium.

Die aktuelle Kritik sei insbesondere deshalb unverständlich, weil bei der jüngsten Begehung mit den Zertifizierern des Forest Stewardship Council (FSC) im September auch die Vertreter der lokalen Greenpeace-Gruppe zugegen gewesen seien und es vor Ort keine Beanstandungen gegeben habe. Nach Angaben des Umweltministeriums wird der SaarForst kontinuierlich von der Fachaufsicht im Ministerium und von den Zertifizieren aus dem FSC sowie dem PEFC überprüft. Beide Organisationen legen Standards zur nachhaltigen Waldnutzung fest.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 04.10.2018 berichtet.

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