Französische Rettungskräfte in Schutzanzügen stehen an einem Krankenwagen (Foto: picture alliance/Jean-Francois Badias/AP/dpa)

Lage in Krankenhäusern weiterhin angespannt

  30.03.2020 | 20:04 Uhr

Die Lage in den Krankenhäusern in Ostfrankreich ist wegen der Coronavirus-Pandemie weiterhin angespannt. Betroffen seien Kliniken im Elsass, sagte der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, am Montag dem Radiosender France Bleu.

Auch in den Städten Metz und Nancy in Lothringen sowie in Reims im Département Marne weite sich die angespannte Situation aus, so Rottner. Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde waren bis Sonntagabend fast 4000 Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in Krankenhäusern in Grand Est untergebracht. 774 davon waren auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie wurden demnach in der gesamten Region mehr als 816 Todesfälle verzeichnet.

Fehlende Schutzausrüstung

Tag für Tag würden etwa gleich viele Menschen auf Intensivstationen gebracht. Es fehle weiter an Material und Schutzausrüstung für die Krankenhäuser, sagte der Politiker. Jedoch gehe die Zahl der Anrufe beim medizinischen Notfalldienst "möglicherweise" leicht zurück, sagte Rottner. "Es ist ein kleiner Indikator für Hoffnung, aber wir müssen äußerst vorsichtig sein", betonte er. Patienten aus der Region wurden in den vergangenen Wochen in andere französische Krankenhäuser gebracht.

Corona-Patienten im Militärtransporter

Kramp-Karrenbauer bietet weitere Hilfe an
Bundeswehr evakuierte Patienten aus Grand-Est

Auch Deutschland und die Schweiz nahmen schwer erkrankte Corona-Patienten aus Ostfrankreich auf. Zuletzt flog ein Militärtransporter des Typs A400M am Wochenende zwei französische Intensivpatienten aus Straßburg nach Stuttgart. Die Stadt Colmar im stark betroffenen Département Haut-Rhin begann nach eigenen Angaben mit der Desinfizierung öffentlicher Plätze. So würden vor allem Bereiche um Apotheken, Altenheime und Lebensmittelgeschäfte desinfiziert, teilte die Stadt am Montag mit. Auch Außenmöbel wie Parkbänke würden behandelt. Ähnliche Desinfektionsaktionen gab es auch in der Elsass-Metropole Straßburg, wie die Stadt bestätigte.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.03.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja