Demonstration von Fridays for Future (Foto: SR)

Enttäuschung im Saarland über Glasgow-Klimagipfel

Barbara Spitzer / Onlinefassung: Axel Wagner   16.11.2021 | 19:55 Uhr

„Blah blah blah“ – das ist das bittere Fazit saarländischer Umweltaktivisten nach der Klimakonferenz in Glasgow. Trotz der lautstarken Proteste gab es nur vage Absichtserklärungen zum Ausstieg aus der Kohle und zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad. Auch aus der Saar-Wirtschaft kommt Kritik.

Von Euphorie ist nach dem Ende der Klimakonferenz in Glasgow bei Klimaaktivistinnen und -aktivisten nichts zu spüren – auch im Saarland. „Wir müssen in der Bewegung feststellen, dass wir fast alle sehr enttäuscht sind“, so Susanne Speicher von „Fridays for Future Saarland“.

Video [aktueller bericht, 16.11.2021, Länge 2:55 Min.]
Umweltaktivisten enttäuscht von Glasgower Klimagipfel

„Grüner Stahl“ gefährdet

Auch für Uwe Rentmeister, Leiter Standortpolitik bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), ist das Ergebnis von Glasgow ernüchternd. Hauptkritikpunkt des Wirtschaftsexperten: Es sei in Glasgow nicht gelungen, sich auf international faire Wettbewerbsbedingungen beim CO2-Ausstoß zu einigen. Das gefährde das Projekt „grüner Stahl im Saarland“, auch bei Milliardeninvestitionen.

„Selbst wenn man die bekäme, hat man das Problem, dass das Produkt, das dann klimafreundlich hergestellt wird, teurer wird, und zwar deutlich teurer – so weit, dass man sich aus dem Markt rauskatapultiert“, so Rentmeister.

Speicher: „Wir müssen jetzt anpacken“

Dieses Problem ist auch den Klimaaktivisten von „Fridays for Future“ bewusst. Allerdings sei das zu kurz gedacht. Wenn die Klimakrise nicht direkt angegangen werde, werde das Billionensummen kosten, so Susanne Speicher. „Deswegen müssen wir jetzt anpacken, dann schaffen wir das auch.“

Einiges zu schaffen gibt es auch beim Auto, Wirtschaftsfaktor und Lieblingskind der Saarländer. Um das Klima zu schützen, ohne Arbeitsplätze zu gefährden, müssten Investitionen her, so IHK-Experte Uwe Rentmeister. „Da wäre die Politik gefordert, dass sie nicht das Ende des Verbrenners beschließt, sondern Unternehmen anreizt, in alternative Technologien zu investieren und zu erforschen.“

Klimaaktivisten wollen weniger Autofahrten

Auch Klimaktivistin Susanne Speicher ist für neue Technologien – und vor allem auch für weniger Auto. „Wir brauchen eine Mobilitätswende. Wir fahren im Saarland zu viel Auto und brauchen deswegen auch den Ausbau erneuerbarer Energien.“

Dafür wollen Speicher und ihre Mitstreiter demnächst auch wieder auf die Straße gehen. Denn von Rückschlägen wollen sie sich nicht entmutigen lassen.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 16.11.2021 berichtet.

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