Leerrohre für Glasfaserleitungen (Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Glasfaser für 327 Schulen im Saarland

  15.10.2020 | 17:00 Uhr

In den kommenden beiden Jahren sollen 327 saarländische Schulen durch das landesweite Projekt "Gigabitpakt Schulen Saar" mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden. Der Zweckverband eGo-Saar hat nach Angaben der saarländischen Staatskanzlei den Netzbetreiber Inexio am Donnerstag mit dem Bau des Netzes beauftragt.

Bund, Land und Kommunen fördern nach Auskunft der saarländischen Staatskanzlei den Ausbau des Glaserfasernetzes mit 26 Millionen Euro. Das Saarlouiser Telekommunikationsunternehmen Inexio habe im Ausschreibungsverfahren das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Inexio muss 342 Kilometer Glasfaserkabel verlegen, um 327 Schulen an 316 Schulstandorten mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen.

Video [aktueller bericht, 15.10.2020, Länge: 3:18 Min.]
Digitalisierung und Gigabit-Ausbau an Schulen

Die Ausbaumaßnahmen sollen nächstes Jahr starten. Ab dann sollen die Schulen sukzessive an das Netz angeschlossen werden. Die Schulen sollen die neuen Anschlüsse spätestens im Laufe des Jahres 2022 nutzen können. Auch viele Stadt- und Ortsteile sollen durch den Netzausbau profitieren, sagt Inexio-Geschäftsführer David Zimmer.

Als Ziel bundesweite Spitzengruppe

"Dass die Breitbandversorgung unserer Schulen nicht zukunftsfähig ist, war lange bekannt. Durch seine flächendeckend gute Versorgung hat das Saarland ein Jahr länger als andere Bundesländer auf eine geeignete bundesseitige Förderperspektive warten müssen", erklärt Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Er sei zuversichtlich, dass die Anbindung der saarländischen Schulen in zwei Jahren bundesweit in der Spitzengruppe liegen werde, so der Ministerpräsident.

Das Saarland verfüge heute über eine fast flächendeckende Grundversorgung mit schnellen Internetanschlüssen. Mit einer 50-Mbit/s-Verfügbarkeit von 97,6 Prozent belege es nach einer Auswertung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Spitzenplatz unter den Flächenbundesländern. Die gute Versorgung gehe auf die 2019 abgeschlossene Maßnahme "NGA-Netzausbau Saar" von Staatskanzlei und eGo-Saar zurück und stelle ein "erstes Etappenziel auf dem Weg in die Gigabitgesellschaft" dar, sagt Hans.

Nur wenige direkte Anschlüsse

Wie wichtig der Zwischenschritt einer schnellen Grundversorgung der Fläche sei, habe zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt. "Mit 50 Mbit/s kann man heute problemlos im Homeoffice arbeiten, während gleichzeitig im Kinderzimmer virtuell gelernt und im Wohnzimmer ein Film gestreamt wird", so Hans. Doch die Pandemie habe noch einmal verdeutlicht, dass in Schulen diese Bandbreite für die umfassende Umsetzung digitaler Unterrichtskonzepte nicht ausreiche.

Ein etwas anderes Bild in Sachen Glaserfaser zeichnete im Juli eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Aus der ging unter anderem hervor, dass das Saarland beim Glasfaserausbau bundesweit zurückliege. Nirgendwo sonst würden so wenige Haushalte über schnelles Internet via Glasfaser verfügen. Nur 2,6 Prozent aller Haushalte im Saarland würden via Glasfaser durchs Netz surfen. Bundesweit waren es 11,8 Prozent aller Haushalte. Gemeint waren alle Haushalte, bei denen der Glasfaserausbau direkt bis ans Haus reicht, die also über einen sogenannten FTTH- oder FTTB-Anschluss verfügen.

Über dieses Thema hat auch die SR-Nachrichtensendung "aktueller bericht" am 15.10.2020 berichtet.

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