Zellengang in einer Justizvollzugsanstalt (Foto: dpa/Patrick Seeger)

Gewerkschaft warnt vor überfüllten Gefängnissen

Marc Langels   31.08.2022 | 06:38 Uhr

Der Bund der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands warnt vor einer drohenden Überbelegung der Gefängnisse im Saarland. Die Plätze in den Justizvollzugsanstalten Saarbrücken und Ottweiler würden knapp.

Derzeit seien noch etwa 50 Plätze in den beiden saarländischen Justizvollzugsanstalten in Saarbrücken und Ottweiler verfügbar, sagte der saarländische Chef des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Markus Wollscheid dem SR.

Gleichzeitig drohen im Saarland in rund 1000 Verfahren Ersatz-Freiheitsstrafen, wenn Verurteilte ihre Geldstrafe nicht bezahlen können. Und da sieht Wollscheid auch als Folge aus den derzeit immer weiter steigenden Preisen große Probleme.

Video [aktueller bericht, 31.08.2022, Länge: 2:56 Min.]
Gewerkschaft rechnet mit überlasteten Gefängnissen

Zusätzlich zur Belegung kommt der Umstand, dass viele der Ersatzstrafhäftlinge erhebliche gesundheitliche, psychische und Sucht-Probleme aufweisen, was zu einer zusätzlichen Belastung der Bediensteten im Strafvollzug führt.

Viele Stellen abgebaut

Die Zahl der Beschäftigten war im Zuge von Sparmaßnahmen zwischenzeitlich um 35 Stellen reduziert worden. Wollscheid begrüßte, dass mittlerweile im Saarland aber wieder vermehrt ausgebildet wird.

Interview zur Auslastung des Justizvollzugsystems: „Schwitzen statt sitzen“
Audio [SR 3, Simin Sadeghi / Markus Wollscheid, 31.08.2022, Länge: 04:01 Min.]
Interview zur Auslastung des Justizvollzugsystems: „Schwitzen statt sitzen“

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 31.08.2022.

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