Eine Gebäudereinigerin bei der Arbeit (Foto: IG BAU)

Reinigungskräften drohen schlechtere Konditionen

  01.08.2019 | 14:48 Uhr

Die IG Bau befürchtet erhebliche Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen für die Reinigungskräfte im Saarland. Nach Angaben der Gewerkschaft haben die Arbeitgeber die bisherigen Verträge zum 31. Juli gekündigt. Davon betroffen wären bis zu 11.000 Reinigungskräfte im Saarland.

Die IG Bau beobachtet, dass zwischen den Kündigungen der alten und den Verhandlungen der neuen Verträge die Standards gedrückt würden, unter anderem durch weniger Urlaubstage. Außerdem warnt die Gewerkschaft davor, dass Zuschläge für zusätzliche Arbeiten gekürzt oder ganz abgeschafft werden und es keine festen Arbeitszeiten mehr gibt, sondern die Arbeitskraft auf Abruf eingefordert wird.

Im Saarland arbeiten laut Arbeitsagentur rund 11.000 Menschen in der Gebäudereinigung. Vielen Beschäftigten liegen derzeit neue Arbeitsverträge mit schlechteren Bedingungen vor, teilte Marc Steilen von der IG Bau Saar-Trier mit. „Die sollte keiner unterschreiben“, rät Steilen.

Die Linksfraktion im Landtag des Saarlandes unterstützt die Forderung der IG Bau. Der Stundenlohn müsse deutlich angehoben werden, um eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu sichern. Für den Abgeordneten Ralf Georgi sind neue Arbeitsverträge mit schlechteren Bedingungen nicht hinnehmbar: „Wir haben Verständnis für die Streikabsichten der Reinigungskräfte im Saarland und stehen an deren Seite.“

Verhandlungen Mitte August

Die Tarifverhandlungen für die Reinigungskräfte laufen schon über ein Jahr. Am 15. August finden die nächsten Gespräche zwischen Gewerkschaft und Arbeitsgeber statt. Sollte die fünfte Verhandlungsrunde ohne Erfolg bleiben, drohe ein Streik der Reinigungskräfte.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 01.08.2019 berichtet.

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