Eine Schülerin meldet sich im Unterricht (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

GEW fordert Aktionsplan gegen Lehrermangel

  28.09.2022 | 12:43 Uhr

Um gegen den Lehrkräftemangel an den saarländischen Schulen vorzugehen, fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Saarland von den Akteuren in der Bildungspolitik einen gemeinsamen Aktionsplan. Das Problem sei an allen Schulformen vorhanden.

Vor dem Hintergrund der nach einem SR-Bericht wieder aufgeflammten Debatte um Lehrkräftemangel an den saarländischen Schulen hat der saarländische Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) jetzt einen gemeinsamen Aktionsplan aller Beteiligten gefordert. Es gebe immer mehr Rückmeldungen aus den Schulen über zu wenig Personalreserven und über Unterrichtsausfall.

GEW sieht Teufelskreis

„Das Problem ist in allen Schulformen vorhanden“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Max Hewer. „Es braucht einen abgestimmten Aktionsplan mit Lösungen, der sowohl kurzfristige wie langfristige Maßnahmen beinhaltet.“ Die GEW sieht in der aktuellen Lage einen Teufelskreis aus verschärften Arbeitsbedingungen und Personalmangel.

Konkret fordert die GEW als kurz- und mittelfristige Maßnahme ein begrenztes Programm für Quer- und Seiteneinsteiger, um den akuten Mangel beheben zu können. Außerdem müsse Mehrarbeit besser und schneller vergütet werden, und es brauche Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um Teilzeitkräften die Möglichkeit zur Aufstockung zu erleichtern. Im Fokus stehen für die GEW bei Letzterem zum Beispiel Entlastungen bei Aufgaben außerhalb des Unterrichts.

Keine Erhöhung der Pflichtstunden

Auch bei der Beamtenbesoldung müsse das Saarland dringend die „rote Laterne“ im Bundesvergleich abgeben und bessere Aufstiegsperspektiven vor Ort schaffen, heißt es von der GEW weiter. Langfristig fordert die Gewerkschaft größere Ausbildungskapazitäten für eine bedarfsgerechte Ausbildung sowie einen eigenen Lehrstuhl für Inklusion, um dort Förderschullehrkräfte ausbilden zu können.

Die GEW sei bereit, konstruktiv an Lösungen zu arbeiten, sagte Hewer. Dabei müsse es aber klare Haltelinien geben. „Eine Erhöhung der Pflichtstunden und Vergrößerung von Klassen sind für uns tabu.“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.09.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja