Eine Schülerin der fünften Klasse eines Gymnasiums hebt im Unterricht den Finger. (Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa | Daniel Karmann)

GEW fordert kleinere Klassen für Gemeinschaftsschulen

  14.06.2022 | 19:48 Uhr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland will die Gemeinschaftsschulen stärken. Dafür sollen unter anderem die Klassen auf maximal 23 Schüler verkleinert werden. Um die Forderung zu erfüllen, sei aber vor allem mehr Personal notwendig.

Nach 20 Jahren G8 kehren die Gymnasien im Saarland wieder zum Abitur nach neun Jahren zurück. Dabei sind derzeit noch einige Fragen offen.

Fest steht nur: Alle Schülerinnen und Schüler, die ab dem kommenden Schuljahr auf das Gymnasium wechseln, werden in neun Jahren ihr Abitur machen. Für die jetzigen Fünftklässler und -klässlerinnen sowie höhere Jahrgangsstufen sollen aber Möglichkeiten weiter geprüft werden.

Kritiker befürchten nach der Ankündigung zur Rückkehr zu G9 im Saarland, dass die Gemeinschaftsschulen durch die angekündigte Reform abgehängt werden. Denn seit der Einführung von G8 war das Abitur nach neun Jahren ein Alleinstellungsmerkmal dieser Schulform.

Klassen mit maximal 23 Schülern

Zur Stärkung der Gemeinschaftsschulen hat der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nun einen Forderungskatalog vorgestellt. Dafür hat die GEW ihre Mitglieder befragt. Dabei haben sich mehr als Dreiviertel der Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen für kleinere Klassen ausgesprochen.

Die Klassengröße soll dort auf maximal 23 Schülerinnen und Schülern reduziert werden. Nur so sei eine adäquate individuelle Förderung aller Kinder und Jugendlichen möglich. Aktuell sei dies aufgrund mangelnder Kapazitäten unter anderem durch personelle Engpässe an den Schulen kaum möglich.

Mehr Stellen und mehr Zeit

Zudem seien deutlich mehr Planstellen und ein neues Arbeitszeitmodell notwendig. So führten immer mehr außerunterrichtliche Aufgaben dazu, dass Lehrkräfte immer weniger Zeit für wichtige pädagogische und fachliche Aufgaben hätten. Dazu zählt etwa die Beratung von Eltern wie Schülerinnen und Schülern.

„Es geht um mehr Köpfe und mehr Zeit zur Bewältigung der zahlreichen Aufgaben wie Inklusion, Digitalisierung, Sprachförderung und eine immer heterogenere Schülerschaft“, so der GEW-Landesvorsitzende Max Hewer.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.06.2022 berichtet.

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