Ein Arzt hält eine Ampulle des Corona-Impfstoffes der Firma Biontech Pfizer zwischen den Fingern. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael)

Gesundheitsminister wollen mehr Flexibilität bei Impfungen

Mit Informationen von Steffani Balle   05.11.2021 | 13:21 Uhr

Die Gesundheitsminister der Länder fordern von der Bundesregierung, die Impfstofflogistik für die niedergelassenen Ärzte zu verbessern. Derzeit müssen die Impfstoffe mit 14 Tagen Vorlauf bestellt werden, außerdem müssen Ärzte sechs Patienten gleichzeitig einbestellen, damit kein Impfstoff verdirbt.

Ein kürzerer Bestellvorlauf und kleinere Ampullen – auf diese Forderung an den Bund haben sich die Gesundheitsminister der Länder am Freitag verständigt. Das teilte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Freitag mit. Nur so könne die Ärzteschaft flexibel und bedarfsgerecht Impfungen anbieten.

Kulas: Flexibilisierung wäre Erleichterung

Diese Forderung stellt die Ärzteschaft schon lange, jetzt erhält sie zum ersten Mal politische Rückendeckung dafür. Das Problem: Bislang muss der Impfstoff mit 14 Tagen Vorlauf bestellt werden. Außerdem sind pro Ampulle sechs Impfdosen enthalten. Damit kein Impfstoff verdirbt, müssen Ärzte also sechs Patienten gleichzeitig einbestellen.

Die jetzt geforderte Flexibilisierung wäre eine große Erleichterung, bestätigt der Sprecher des Hausärzteverbandes im Saarland, Dr. Michael Kulas. Die Reduzierung auf Einzeldosen hält er zwar für nicht umsetzbar, Packungsgrößen von drei Portionen aber durchaus. Drei Impfpatienten bekäme er jederzeit zusammen. Die Halbierung der Vorlauffrist bei Bestellungen auf eine Woche käme den Praxen ebenfalls entgegen, so Kulas auf SR-Nachfrage.

Weniger Bürokratie gefordert

Der Impfkoordinator der Kassenärztlichen Vereinigung, Joachim Meiser, fordert noch flexiblere Bestellfristen, wenn bald die Empfehlung für Alle kommt, sich nach sechs Monaten eine Boosterimpfung zu holen.

Booster-Impfungen in saarländischen Praxen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.11.2021, Länge: 02:29 Min.]
Booster-Impfungen in saarländischen Praxen

Außerdem solle für die Auffrischimpfung die Bürokratie abgebaut werden. Einen Aufklärungsbogen von sieben Seiten und obligatorische Wartezeiten nach der Impfung hält er beim dritten Pieks für nicht mehr nötig.

Meiser: Interesse an Boosterimpfung steigt

Michael Kulas ist davon überzeugt, dass solche Rahmenbedingungen dazu führen würden, dass wieder mehr niedergelassene Ärzte impfen. Dann könnten auch die Impfzentren, über deren Wiedereröffnung derzeit diskutiert wird, für die Auffrischungsimpfungen geschlossen bleiben.

Laut Impfkoordinator Meiser steigt das Interesse an der Auffrischungsimpfung. Allein am Donnerstag hätten Ärzte 3000 Boosterimpfungen in den Praxen verabreicht.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 05.11.2021 berichtet.

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