Das Ford-Werk in Saarlouis (Foto: Imago/Becker & Bredel)

Wirtschaftsminister Barke optimistisch bei Ford-Zukunft

  13.06.2022 | 16:33 Uhr

Kurz vor der Entscheidung über die Zukunft des Ford-Werks in Saarlouis kommt noch einmal Bewegung in die Verhandlungen. Das Wirtschaftsministerium hat auf SR-Anfrage bestätigt, dass es in dieser und der kommenden Woche Gespräche zwischen der Landesregierung und dem Ford-Management geben wird. Wirtschaftsminister Barke zeigt sich optimistisch.

In der Entscheidung über die Zukunft des Saarlouiser Ford-Werkes wird es in dieser und in der kommenden Woche insgesamt vier Gesprächstermine mit dem Ford-Management geben. Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) wird die Delegation des Landes anführen.

Er hatte wie Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) schon im Vorfeld der Entscheidung angekündigt, nichts unversucht zu lassen, um die Vorzüge des saarländischen Standorts in die Waagschale zu werfen.

Video [aktueller bericht, 14.06.2022, Länge: 2:05 Min.]
Zukunft des Ford-Werks Saarlouis

Wirtschaftsminister Barke zeigt sich optimistisch

Barke ist zuversichtlich, dass sich Ford für den Standort Saarlouis entscheiden wird. „Nach allem, was wir wissen, liegen wir mit dem Standort wirtschaftlich klar vorne.“ In einer fairen Entscheidung und in einem offenen Rennen zwischen zwei Standorten habe der Standort beste Voraussetzungen, am Ende hier die Nase vorne zu haben, so der Minister.

Video [aktueller bericht, 14.06.2022, Länge: 3:50 Min.]
SR-Wirtschaftsredakteur Wirtz-Nentwig zur Zukunft des Ford-Werks

„Würde man jetzt eine Entscheidung für Valencia treffen, dann wäre es kein fairer Prozess gewesen", so Barke. Stattdessen wäre der Prozess als solcher, zwei Standorte im Wettbewerb gegeneinander laufen zu lassen, nach Barkes Einschätzung eine Farce gewesen, um die besten Effekte im Ausspielen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herauszuholen.

"Dickes Paket" auf den Tisch gelegt

Das Saarland habe außerdem zusammen mit der Bundesregierung, aber auch der Bundesagentur für Arbeit und gemeinsam mit der Belegschaft ein sehr dickes Paket auf den Tisch gelegt, das rechtlich haltbar sei und das bis an die Grenzen des wirtschaftlich vertretbaren gehe, um den Standort auch für die Zukunft dauerhaft sichern zu können, so Wirtschaftsminister Barke.

"Die Delegation - das sind Entscheider, die direkt unter dem Europachef angesiedelt sind"
Audio [SR 3, Moderation: Gerd Heger, 14.06.2022, Länge: 04:14 Min.]
"Die Delegation - das sind Entscheider, die direkt unter dem Europachef angesiedelt sind"

Entscheidung wohl am 22. oder 23. Juni

Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass Ford seine Entscheidung am 22. oder 23. Juni verkünden wird. "Wir drängen nicht auf eine schnelle, sondern auf eine gute Entscheidung", so Wirtschaftsminister Barke.

"Wenn die weiteren Gespräche in diesem Prozess jetzt zeigen sollten, dass wir noch mehr Zeit dafür brauchen, könnte die Entscheidung auch später getroffen werden."

Wirtschaftsminister Barke: "Wir liegen mit dem Standort wirtschaftlich klar vorne"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 13.06.2022, Länge: 04:18 Min.]
Wirtschaftsminister Barke: "Wir liegen mit dem Standort wirtschaftlich klar vorne"

Verbrenner-Aus rückt näher

Der Ford-Konzern hatte die Werke in Saarlouis und im spanischen Valencia zueinander in Konkurrenz gesetzt. Nur an einem von beiden Standorten sollen nach 2025 Elektroautos produziert werden. Der Zukunft des anderen Werks wäre damit ungewiss, weil immer mehr Staaten Verbrenner-Motoren verbieten wollen.

Zuletzt hatte auch das EU-Parlament gefordert, nach 2035 keine Benzin- und Dieselmotoren mehr zuzulassen. Einem Verbot müssten noch die EU-Länder zustimmen, bevor es in Kraft treten kann. Während große Autohersteller die Forderung des EU-Parlaments gelassen sehen oder gar begrüßen, befürchtet die saarländische Autobranche den Verlust vieler Arbeitsplätze.

Über dieses Thema berichtete die Region am Nachmittag am 13.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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