Schriftzug der Firma Prevent auf einem Gebäude (Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa-Bildfunk)

Etappensieg für VW im Streit mit Prevent

mit Informationen von Karin Mayer   16.01.2019 | 16:24 Uhr

Im Streit zwischen der Prevent-Gruppe und VW bleibt ein Großteil der Kaufsumme für die Neue Halberg Guss weiter eingefroren. Das hat das Landgericht Braunschweig entschieden. Damit soll sichergestellt werden, dass VW eventuell noch Rückforderungen durchsetzen kann.

Hintergrund
VW fordert von Prevent hohen Millionenbetrag [08.12.2018]
Der Streit zwischen der Prevent Gruppe und dem Autohersteller VW sorgt für Aufregung bei Neue Halberg Guss – jetzt Gusswerke Saarbrücken. Kurz nachdem der Verkauf offiziell vollzogen wurde, hat VW per Gerichtsbeschluss dafür gesorgt, dass die Kaufsumme eingefroren wird.

Ende November hatte Prevent die Neue Halberg Guss für 48 Millionen Euro an das Unternehmen One Square verkauft. Davon ließ VW 46 Millionen Euro einfrieren. Zurecht, wie jetzt das Landgericht Braunschweig entschied. Der Zulieferer Prevent habe die Preise für Gussteile um bis zu 700 Prozent erhöht. Das ist nach Ansicht der Richter Wucher und nicht zulässig. VW habe zwischen April und Juni 2018 so rund 42 Millionen Euro Aufpreis gezahlt, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts.

Der Wolfsburger Autokonzern habe sich in einer Zwangslage befunden und die Preise nur unter Vorbehalt gezahlt. Weil VW befürchten müsse, dass Prevent das Geld ins Ausland verschiebe, sei die Pfändung rechtmäßig.

Volkswagen hat das Urteil des Landgerichts Braunschweig begrüßt. Zugleich betont der Konzern, dass er keine Forderungen gegen den neue Besitzern der Gießerei Neue Halberg Guss/Gusswerke Saarbrücken geltend machen werde. Vielmehr verhandle VW mit den neuen Besitzern über neue Geschäftsbeziehungen.

Endgültige Klärung steht noch aus

Der Autohersteller VW hat damit aber nur einen Teilerfolg errungen. Denn über die Höhe der Rückforderungen von 42 Millionen Euro kann nach Angaben einer Gerichtssprecherin nur in einem Hauptsacheverfahren entschieden werden. Der Zulieferer Prevent zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung des Landgerichts. Das Unternehmen behält sich weitere rechtliche Schritte vor.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 16.01.2019 berichtet.

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