Kirkel, Rathaus (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Kirkeler Beigeordneter Weissmann zurückgetreten

Thomas Gerber   23.07.2019 | 12:51 Uhr

Der in die Kritik geratene ehrenamtliche Beigeordnete von Kirkel, Bernd Weissmann, zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück. Damit reagiert der SPD-Politiker auf Mauschelei-Vorwürfe. Weissmann, der im Hauptberuf Lehrer ist, hatte mit seiner Firma "Metallkreativ" Aufträge von der Gemeinde erhalten.

Rückzug aus der Politik nach Mauschelei-Vorwürfen
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 23.07.2019, Länge: 01:10 Min.]
Rückzug aus der Politik nach Mauschelei-Vorwürfen

Nachdem der SR über den Fall berichtet hatte, soll es mehrere Krisensitzungen führender Genossen gegeben haben. Zwar sei bei der Vergabe von Aufträgen der Gemeinde alles mit rechten Dingen zugegangen. Dennoch sei Weissmanns letzte Bewerbung als Projektsteuerer für die Erweiterung von zwei Ganztagsschulen ein Fehler gewesen, so Esra Limbacher, Chef der SPD-Ratsfraktion. Dadurch sei nämlich der Anschein von Mauschelei und Absprachen entstanden.

Weissmann werde nun sowohl auf eine erneute Kandidatur als ehrenamtlicher Beigeordneter als auch auf sein Mandat im neuen Gemeinderat verzichten. Beides, so Fraktionschef Limbacher, um Schaden von der Gemeinde abzuwenden.

Vergabeverfahren gestoppt

Insgesamt hatte Weissmann mit seiner Firma in den letzten zehn Jahren zwei Aufträge der Gemeinde mit einem Gesamtvolumen von 24.000 Euro erhalten. Die Projektsteuerung für die Grundschulerweiterungen in Limbach und Neuhäusel hätte weitaus mehr Geld in seine Kassen gespült. Die Rede ist von 140.000 Euro. Der Gemeinderat hat das Vergabeverfahren, an dem sich fünf Firmen beteiligt hatten, nun erstmal gestoppt. Es soll geprüft werden, ob ein Projektsteuerer überhaupt notwendig ist.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 23.07.2019 berichtet.

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