Das Eingangstor des früheren KZ Ausschwitz  (Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten)

Gedenken an die NS-Opfer von Auschwitz

  27.01.2020 | 13:21 Uhr

Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gibt es auch im Saarland zahlreiche Gedenk-Veranstaltungen. Der Landtag gedenkt in einer Feierstunde am Nachmittag, außerdem legt Landtagspräsident Toscani an der Gedenkstätte Neue Bremm einen Kranz nieder.

Gedenktag für die Opfer des Naziregimes
Audio [SR 3, Nadine Thielen, 27.01.2020, Länge: 03:05 Min.]
Gedenktag für die Opfer des Naziregimes

„Auch ein Dreivierteljahrhundert nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, wo allein mehr als eine Million Menschen umgekommen sind, sind die Gräueltaten unvergessen und dürfen nie vergessen werden", erinnerte die saarländische SPD-Chefin an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch aus dem Saarland seien Menschen in Konzentrationslager deportiert und getötet worden. "Vom Gestapo-Lager Neue Bremm nahe der heutigen deutsch-französischen Grenze ging es unter anderem nach Struthof im Elsass und nach Dachau. Einige hundert Menschen kamen direkt in den Saarbrücker Baracken um. Die Gesamtgefangenenzahl wird auf 20.000 geschätzt", sagte Rehlinger.

Schulklassen stellen im Landtag Projekte vor

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz finden im Saarland mehrere Gedenkveranstaltungen statt. Im Landtag werden zwei Schulklassen aus Lebach und Wadern ihre Projekte zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus vorstellen. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Schicksal derjenigen saarländischen, badischen und pfälzischen Juden, die 1940 ins Internierungslager Gurs in den französischen Pyrenäen verschleppt wurden. An diese Menschen wird der rheinland-pfälzische Historiker Roland Paul in einer Gastrede erinnern. Das Schicksal der Menschen in Gurs soll laut Landtagspräsident Toscani das ganz Jahr über den Schwerpunkt der Erinnerungsarbeit des Landtags bilden. Toscani plant im Herbst selbst nach Gurs zu reisen.

Klang-Stele in der Johannes-Kirche

Auschwitz-Überlebende: "Die Züge gehen alle ins Gas"
Audio [SR 3, (c) SR 3 Marie Kribelbauer, 27.01.2020, Länge: 02:25 Min.]
Auschwitz-Überlebende: "Die Züge gehen alle ins Gas"

Auch in der Johanneskirche in Saarbrücken wird der NS-Opfer gedacht. Von 0.00 bis 24.00 Uhr werden die Namen der in Auschwitz Ermordeten von Menschen aller Altersgruppen vorgelesen. Die Organisatoren der Christlich- Jüdischen Arbeitsgemeinschaft CJAS nennen diese Aktion eine Klang-Stele, einen akustischen Gedenkstein für die Opfer. Begleitet wird die Lesung von jüdischer Musik. Außerdem gibt es Texte verfolgter Autoren. Auch Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gehört zu den Vortragenden.

In Saarlouis beteiligen sich Schüler von Gymnasien und Gemeinschaftsschulen an dem Programm, das von 9.00 bis 21.00 Uhr in der Evangelischen Kirche stattfindet. Engagierte Menschen der Kirchengemeinde präsentieren Filme, Vorträge, Texte, Gedichte, Gemälde, Fotos, Tondokumente und Musik, die teils historische Dokumente sind, teils persönliche oder symbolische Bedeutung haben. Die Organisatoren des Ökumenischen Arbeitskreises laden jeden zum kostenfreien Verweilen in der Kirche ein.

Interview mit Prof. Andreas Nachama
Erinnern - für eine funktionierende Gegenwart

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 27.01.2020 berichtet.

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