Die Gedenktafel von Samuel Yeboah (Foto: SR)

Gedenkveranstaltung für getöteten Samuel Yeboah

Markus Person   20.09.2022 | 07:19 Uhr

In Saarlouis ist am Montagabend dem 1991 bei einem Brandanschlag getöteten Samuel Yeboah gedacht worden. Etwa 60 Menschen waren gekommen. Neben kurzen Reden der Organisatoren von Antifa Saar oder Seebrücke Saar legten die Teilnehmer Blumen am damaligen Tatort nieder.

Exakt 31 Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag auf eine Asylunterkunft stand das Gedenken unter anderen Vorzeichen: Denn ab dem 16. November muss sich der Saarlouiser Neonazi Peter S. vor dem Landgericht Koblenz für den Brandanschlag verantworten. Der Generalbundesanwalt wirft dem 51-Jährigen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. 

Man werde sehen, was der Prozess am Ende bringe, heißt es von Seiten eines Sprechers der Antifa Saar. Hoffnung setze man dabei auf die Nebenklage, aber letztlich komme die rechtsstaatliche Aufarbeitung 30 Jahre zu spät.

Antifa fordert Offenlegung aller Akten

Die Generalbundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen im April vor zwei aufgrund neuer Erkenntnisse übernommen, nachdem die Ermittlungen der Saar-justiz damals bereits elf Monate nach der Tat eingestellt worden waren. Die Antifa Saar vermutet auch deshalb Vertuschung bei den Ermittlungen und fordert bereits seit längerem die Offenlegung aller Akten in dem Fall und die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 20.09.2022.

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