Eine Reinigungskraft wischt den Boden (Foto: dpa)

Reinigungskräfte fürchten um ihre Zuschläge

  25.04.2019 | 16:02 Uhr

Die Gewerkschaft IG Bau hat mit heftiger Kritik auf die Kündigung des Rahmentarifvertrags für die Gebäudereiniger-Branche reagiert. Die Gewerkschaft fürchtet, dass Reinigungskräfte um ihre Mehrarbeitszuschläge gebracht werden sollen. Im Saarland hat die Branche bis zu 11.000 Beschäftigte.

Das Bundesarbeitsgericht hat Ende 2018 entschieden, dass auch Teilzeit-Beschäftigte analog zu Vollzeit-Beschäftigten einen Anspruch auf einen Zuschlag bei Mehrarbeit haben. Im bisherigen Rahmentarifvertrag betrug der Zuschlag 25 Prozent des Stundenlohns, wurde aber nur an Vollzeitkräfte gezahlt.

Am Donnerstag hat der Bundesinnungsverband diesen Vertrag gekündigt. Der Bundesvorstand der Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bau fürchtet, dass die Arbeitgeber sich jetzt um die Mehrarbeitszuschläge für Teilzeitkräfte drücken wollen.

"Das ist eine Provokation und ein Schlag ins Gesicht der Reinigungskräfte in Deutschland“, so bezeichnet Ulrike Laux von der IG Bau die Kündigung. Nach ihren Angaben rumort es zwischen Gewerkschaft und Bundesinnungsverband seit langem. Laux: „Die Arbeitgeber weigern sich seit Monaten beharrlich, über bessere Arbeitsbedingungen in der Branche zu verhandeln."

Mindestlohn nicht betroffen

Einen Erfolg hingegen gab es vor kurzem beim Mindestlohn für die Branche. Seit Jahresbeginn ist der Mindestlohn für Glas- und Fassadenreiniger auf 13,82 Euro gestiegen. Beim Lohn für Gebäudereiniger gab es eine Steigerung von 10,30 auf 10,56 Euro. Diese Vereinbarungen sind von der jetzt erfolgten Kündigung des Rahmentarifvertrags nach Gewerkschaftsangaben nicht betroffen.

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