Zwei Polizistinnen stehen nebeneinander. (Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa)

Polizei-Frauen wehren sich

mit Informationen von Steffani Balle   27.06.2019 | 11:44 Uhr

Die Frauengruppe der Polizeigewerkschaft GdP wehrt sich gegen die Unterstellung, Beamte in Elternzeit seien mitschuldig am Personalmangel bei der saarländischen Polizei. Zahlen, die mehrfach genannt wurden, seien schlichtweg falsch.

Nicht 150 Polizistinnen und Polizisten seien derzeit in Elternzeit, sondern lediglich 50, so die GdP-Frauengruppe. Dass den Eltern der Personalmangel bei der Polizei in die Schuhe geschoben werde, sei absolut "unsäglich und unverschämt". Die Polizei habe sich gerade erst als "familienfreundliches Unternehmen" zertifizieren lassen. Schon voriges Jahr habe ein Zeitungsbericht die falschen Zahlen veröffentlicht, auf die sich Politiker später bezogen hätten. Aber auch die Wiederholung mache Falschinformationen nicht richtiger.

Drei bis fünf Beamtinnen im Mutterschutz

Polizei: Personalmangel wegen Elternzeit?
Audio [SR 3, (c) SR Gerd Heger, 27.06.2019, Länge: 04:25 Min.]
Polizei: Personalmangel wegen Elternzeit?

Die Vorsitzende der GdP-Frauengruppe, Julia Rost, sagte im Interview mit SR 3 Saarlandwelle, die Kolleginnen seien sehr betroffen. Viele hätten Angst, eine Schwangerschaft bekanntzugeben. Es herrsche insgesamt eine große Verunsicherung. Auch über Beamtinnen im Mutterschutz würden falsche Angaben gemacht. Tatsächlich seien drei bis fünf Polizeibeamtinnen pro Monat im Mutterschutz. Dass darüber überhaupt öffentlich gesprochen werde, sei "diskriminierend". Schließlich gelte in dem überschaubaren Zeitraum sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt für die Frauen ein Arbeitszeitverbot.

Rost betonte, Polizistinnen müssten vor allem bei älteren Kollegen noch gegen Vorbehalte und Widerstände ankämpfen. Frauen in der Polizei würden mitunter stigmatisiert. Dies sei ein "massives Problem" und ändere sich nur langsam.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle vom 27.06.2019 berichtet.

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