Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD im Bundestag (Foto: dpa/Monika Skolimowska)

Gauland nimmt Dörr ins Visier

Uli Hauck   14.02.2019 | 17:42 Uhr

Der Bundesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alexander Gauland, schließt einen Parteiausschluss des saarländischen Landesvorsitzenden Josef Dörr nicht aus. Anlass sind drei eidesstattliche Erklärungen, in denen Dörr vorgeworfen wird, er habe im Jahr 2015 bewusst NPD-Mitglieder für die AfD angeworben.

"Doppelmitgliedschaften AfD/NPD sollen ihm egal gewesen sein"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Renate Wanniner/Ulli Hauck, 14.02.2019, Länge: 03:30 Min.]
"Doppelmitgliedschaften AfD/NPD sollen ihm egal gewesen sein"

Wenn diese Vorwürfe stimmen, dann sei völlig klar, dass gegen Herrn Dörr ein Parteiausschlussverfahren angestrengt werden müsse, so Alexander Gauland in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Sprecher des AfD-Bundesvorsitzenden hat dem SR diese Aussage mittlerweile bestätigt. Weitergehende Fragen wollte Gauland allerdings nicht beantworten. AfD-Landeschef Dörr hingegen widerspricht den drei eidesstattlichen Erklärungen. Er habe definitiv keine NPD-Mitglieder für die AfD angeworben.

Parteiausschlussverfahren läuft seit drei Jahren

Die Personalie Dörr soll nach SR-Informationen auch in der nächsten Telefonkonferenz des Bundesvorstands in der kommenden Woche aufgerufen werden. Bereits seit fast drei Jahren läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen Dörr vor dem Landesschiedsgericht Nordrhein-Westfalen – ohne Ergebnis. Das hatte noch der alte Bundesvorstand um Frauke Petry beantragt. Ob kommende Woche auch der amtierende Bundesvorstand ein weiteres Parteiausschlussverfahren beantragt, ist nach der heutigen Aussage von Parteichef Gauland zumindest wahrscheinlicher geworden.

Video [aktueller bericht, 14.02.2019, Länge: 3:22 Min.]
Diskussion um Ausschluss von Dörr

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 14.02.2019 berichtet.