Verschiedene Brötchen in einem Backofen. (Foto: Uwe Jäger / SR)

Saar-Handwerkskammer fordert Entlastungspaket

Mit Informationen von Manuela Weichsel   29.08.2022 | 19:58 Uhr

Auch das Handwerk leidet extrem unter den gestiegenen Energiepreisen. Betroffen sind vor allem kleinere Betriebe wie Bäckereien. Wenn im Oktober dann noch die geplante Gasumlage dazu kommt, ist die Grenze der Belastbarkeit bei vielen überschritten. Deshalb müsse schnell ein Entlastungspaket her.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat zugesichert, die umstrittene Gasumlage zu überarbeiten. Damit soll verhindert werden, dass von der Abgabe der Privathaushalte und Industrie auch Unternehmen profitieren, die dies wirtschaftlich nicht benötigen.

Video [aktueller bericht, 29.08.2022, Länge: 3:01 Min.]
Auch HWK Saarland kritisiert Gasumlage

Die Handwerkskammer (HWK) des Saarlandes hat eine entsprechende Korrektur befürwortet. Denn während milliardenschwere Unternehmen von der geplanten staatlichen Gasumlage profitieren wollen, könnte sie für kleine Betriebe das endgültige Aus bedeuten.

Massive Belastung für Handwerksbetriebe

Vor allem für besonders energieintensive Handwerksbetriebe wie Bäckereien, Fleischereien oder Textilreiniger, die ohnehin schon in einem harten Preiswettbewerb stünden, könnte die Gasumlage schnell zu hohen Mehrkosten führen und damit eine massive Belastung darstellen, so Bernd Reis, Geschäftsführer der HWK des Saarlandes.

Zusätzlich hätten die Betriebe noch immer mit den Nachwirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. "Sie haben ihre Reserven aufgebraucht und befinden sich in einer Situation, in der sie weitere Preisanstiege einfach nicht mehr verkraften können", sagt Reis.

HWK fordert Entlastungspaket

Damit die Betriebe im Saarland unter den zu hohen Energiekosten nicht zusammenbrechen, fordert die HWK ein gezieltes Entlastungspaket von der Politik. Dieses könnte etwa auch durch die Gasumlage finanziert werden.

Welche Änderungen an der Umlage nachträglich überhaupt möglich sind, lotet das Bundeswirtschaftsministerium derzeit aus.

Preiserhöhungen für Brot und Brötchen

Die saarländische Bäckerinnung hat als Reaktion auf die Gasumlage bereits eine Preiserhöhung für Brötchen und Brot ab Oktober angekündigt.

Anders ließen sich die die Kostensteigerungen nicht mehr bewältigen, erklärte der Bäckerinnungsmeister Hans-Jörg Kleinbauer. Die Bäckereien benötigten viel Gas in der Produktion, zudem habe sich im Zuge des Ukrainekrieges der Weizenpreis verdoppelt.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 29.08.2022 berichtet.

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