Eine Frau serviert Kaffee und Kuchen im Café (Foto: IMAGO / Westend61)

Restaurants kämpfen mit steigenden Energiepreisen

  07.09.2022 | 17:20 Uhr

Die explodierenden Strom- und Gaspreise stellen nicht nur die Industrie und Privathaushalte, sondern auch die Gastronomen vor enorme Herausforderungen. Einige dürften ums Überleben kämpfen.

Gegrillter Fisch, mediterrane Küche – so leicht ist das Leben am Mittelmeer. Doch nun drohen Gewitterwolken über dem kroatischen Restaurant Ivica in Saarbrücken. Chefin Mare Skopljanac rechnet mit Blick auf die kommenden Strom- und Gasrechnungen mit einem ziemlichen Hammer. Allein die Heizung werde wohl 50 Prozent teurer als letztes Jahr, sagt sie. Eine Abrechnung hat sie noch nicht bekommen.

Von 1360 auf 4500 Euro – pro Monat

Nach mehr als zwei Jahren Corona leidet die ganze Gastro-Branche weiter. Ein Gastronom in der Saarbrücker Innenstadt, der anonym bleiben will, berichtet dem SR, dass er bislang für Gas rund 200 Euro im Monat zahlen musste. Der neue Abschlag liege nun bei mehr als 800 Euro. Und mehr noch: Auch die Stromkosten steigen, von 1360 Euro auf 4500 Euro – pro Monat.

Das China-Restaurant Imperial in Lebach trifft es nach eigenen Angaben heftig: Im Vergleich zu 2019 hätten sich die Stromkosten verdreifacht, auf mittlerweile 3300 Euro.

Lage schwieriger als bei Corona-Schließungen

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) im Saarland hört vermehrt Klagen der Gastronomen. Neben den steigenden Energiepreisen werden auch die Einkäufe immer teurer, sagt Geschäftsführer Frank Hohrath. Beim Fleisch etwa hätten sich die Preise teilweise verdoppelt.

Die Situation sei mitunter schwieriger als in Zeiten der Corona-Schließungen, so Hohrath. Denn damals habe es zumindest Überbrückungshilfen gegeben. In der aktuellen Lage fordert der Dehoga-Landeschef vor allem Entlastungen für die mittelständischen Betriebe. Diese seien im Entlastungspaket der Bundesregierung bislang nicht vorgesehen. Nach einem laut Dehoga eigentlich ordentlichen Sommer für die Gastronomie meldeten sich immer mehr Betriebe mit akuten Existenzsorgen.

Zuschüsse gefordert

Auch Mare Skopljanac vom Restaurant Ivica wünscht sich mehr Unterstützung in Form von Zuschüssen. Denn die Preise weiter zu erhöhen, sei kaum möglich. „Das können wir nicht alles auf die Kunden umlegen.“

Ob das alle Betriebe überleben, kann sie nicht sagen. Das werde man in drei Monaten sehen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 07.09.2022 berichtet.

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