Blick auf eine Druckanzeige auf dem Gelände eines Gasspeichers  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Christian Modla)

Gasspeicher bundesweit zu 90 Prozent gefüllt

  20.09.2022 | 08:45 Uhr

Die Gasspeicher in Deutschland sind mittlerweile zu mehr als 90 Prozent gefüllt - der für das Saarland wichtige Speicher in Frankenthal steht bereits seit Längerem bei 100 Prozent. Unterdessen gibt es offenbar Zweifel daran, dass die geplante Gasumlage wirklich umgesetzt wird.

Trotz der Ende August eingestellten Lieferungen aus Russland füllen sich die Gasspeicher in Deutschland weiter. Wie aus Daten der europäischen Speicherbetreiber hervorgeht, haben sie mittlerweile einen Füllstand von 90 Prozent.

Gasspeicher in Frankenthal zu 100 Prozent gefüllt

Der Gasspeicher in Frankenthal, aus dem auch das Saarland versorgt wird, ist bereits komplett gefüllt. Im bundesweiten Vergleich ist es ein eher kleiner Speicher. Die Gasmenge reicht aus, um etwa 50.000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen.

Eine Ministerverordnung sieht vor, dass die Speicher am 1. November einen Füllstand von 95 Prozent erreicht haben. Diese Gasmenge entspricht etwa dem, was im vergangenen Januar und Februar bundesweit verbraucht wurde. An kalten Wintertagen werden bis zu 60 Prozent des Gasverbrauchs in Deutschland aus den Speichern abgedeckt.

Im Winter auch Gas aus Frankreich?

Aktuell erhält Deutschland über Pipelines Erdgas aus den Niederlanden, Belgien und Norwegen. Zum Jahreswechsel sollen an der Nordseeküste die ersten beiden Flüssiggas-Terminals in Betrieb gehen.

Außerdem ist geplant, auch von Frankreich Gas zu beziehen. Dafür soll eine Pipeline genutzt werden, die auch durch das Saarland verläuft. Es gibt aber noch technische Hürden zu überwinden.

Staatshilfe statt Gasumlage?

Unterdessen hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) offenbar Zweifel daran, dass die geplante Gasumlage wirklich umgesetzt wird. Hintergrund ist nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios die Lage des angeschlagenen Gasversorgers Uniper. Seit einigen Tagen schon steht eine Verstaatlichung des Konzerns im Raum. Dies würde sich womöglich rechtlich nicht mit der Gasumlage vertragen. Nach Angaben aus Parteikreisen hat Habeck dies in einer Sitzung vergangene Woche deutlich gemacht.

Den Informationen zufolge könnte bei einer Verstaatlichung von Uniper die Gasumlage damit sogar komplett wegfallen und durch umfassende Staatshilfen ersetzt werden. Eine offizielle Bestätigung vom Wirtschaftsministerium gibt es noch nicht.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 20.09.2022.

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