Erdgas-Transportrohr an einem Gasspeicher (Foto: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Gas wird auch in St. Ingbert teurer

Mit Informationen von Maximilian Friedrich   16.08.2022 | 19:57 Uhr

Die Gasumlage kommt – inklusive Mehrwertsteuer. Im Saarland wird sie jeden Zweiten treffen. Die Stadtwerke St. Ingbert wollen, wie andere Gasversorger im Saarland auch, den Gaspreis noch zusätzlich erhöhen. Der Sozialverband VdK Saarland fordert Unterstützung vom Bund.

Heizen im Winter wird teurer. Allein durch die Gasumlage muss eine vierköpfige Familie mit Durchschnittsverbrauch, auf das Jahr gerechnet, mit etwa 500 Euro extra rechnen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die EU eine Befreiung der Gasumlage von der Mehrwertsteuer ablehnt. Man will, so heißt es aus der EU, nach anderen Lösungen suchen, um dem Endverbraucher zumindest diese Zusatzbelastung zu ersparen.

Rund 60 Prozent teurer

Ziel der Gasumlage ist es, die regionalen Gasversorger zu stärken, damit die es ohne Insolvenz durch den Winter schaffen. Die großen Gasimporteure müssen zurzeit kurzfristig teures Gas kaufen, weil Lieferungen aus Russland ausfallen.

„Ich halte diese Gasumlage an sich für eine sehr gute Sache, einfach deshalb, weil dadurch das Risiko der Beschaffung von Gas, das letztendlich aus Russland geliefert wird, auf alle Versorger gleichmäßig verteilt wird“, sagte Jürgen Bach, Geschäftsführer der Stadtwerke St. Ingbert, dem SR.

Video [aktueller bericht, 16.08.2022, Länge: 2:57 Min.]
Geteilte Reaktionen auf Gasumlage

Die Gasversorger in Merzig und Heusweiler etwa haben bereits die Gaspreise angehoben – ohne die Gasumlage. Andere wollen nachziehen, so auch die Stadtwerke St. Ingbert.

„In St. Ingbert und ebenso in Blieskastel werden die Preise um etwa 60 Prozent ansteigen, zum 1. Oktober – mit dem Ziel aber, die Preise dann zum 1.1.2023 nicht erneut anzupassen, sondern, wenn möglich, dann auch das Jahr 2023 mit dieser Preiserhöhung durchfahren zu können“, so Geschäftsführer Jürgen Bach.

Genauer gesagt: Die Stadtwerke St. Ingbert erhöhen den Gaspreis netto um vier Cent pro Kilowattstunden - für alle Verträge. Die Gasumlagen sind darin noch nicht enthalten, sie werden erst ab November berücksichtigt. Die Kunden sollen darüber noch einmal gesondert informiert werden.

VdK fordert Entlastungspakete

Der Sozialverband VdK Saarland hat grundsätzlich Verständnis für die Umlage, kritisiert aber die Verteilung. „Das trifft natürlich einige Menschen – die armen Menschen ganz besonders, während die Reichen etwas weniger sparen müssen“, sagte VdK-Landesvorstandsmitglied Wolfgang Lerch dem SR. Es sei hier Aufgabe des Bundes, entsprechende Entlastungspakete sicherzustellen.

Als Reaktion auf die generell stark steigenden Preise hat das saarländische Sozialministerium ein Entlastungspaket in Höhe von 1,5 Millionen Euro angekündigt.

Damit sollen zum Beispiel die Tafeln unterstützt und Suppenküchen eingerichtet werden. Das Angebot soll am 1. November starten, steckt aber momentan noch in der Planungsphase.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 16.08.2022 im SR Fernsehen berichtet.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja