Ein Schüler meldet sich (Foto: dpa | Christoph Soeder)

Noch 6800 Ganztagsschulplätze im Saarland nötig

  07.09.2021 | 13:58 Uhr

Nach der Einigung auf einen Ganztagsanspruch für Grundschüler durch Bund und Länder geht das saarländische Bildungsministerium davon aus, dass noch rund 6800 Ganztagesplätze im Saarland geschaffen werden müssen. Der Rechtsanspruch soll ab dem Schuljahr 2026/27 umgesetzt werden.

Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hat sich am späten Montagabend auf einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule geeinigt. Demnach soll vom Schuljahr 2026/27 an jedes Kind, das eingeschult wird, in den ersten vier Schuljahren Anspruch auf einen Ganztagsplatz bekommen. Dem Kompromiss müssen Bundestag und Bundesrat noch formal zustimmen.

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot begrüßt die Einigung von Bund und Ländern. Um den Rechtsanspruch im Saarland umzusetzen, müssten bis 2026 noch 6800 Ganztagesplätze geschaffen werden, teilte die SPD-Politikerin mit.

Derzeit gebe es im Land rund 2700 gebundene Ganztagsschulplätze - also mit verpflichtendem Unterrricht bis zum Nachmittag - sowie rund 17.600 Plätze an freiwilligen Ganztagesschulen.

"Erleichtert Vereinbarkeit von Familie und Beruf"

"Es ist eine sehr gute Nachricht, dass der Bund seine finanziellen Zusagen erweitert hat und der Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung im Grundschulalter kommt. Denn der Rechtsanspruch, den wir im Kita-Bereich ja bereits haben, erleichtert nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern bedeutet auch bessere Bildungschancen für viele Kinder", sagte Streichert-Clivot.

Der Bund wird sich an den Investitionskosten für den qualitativen und quantitativen Ausbau der ganztägigen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in den Bundesländern, gedeckelt auf 3,5 Milliarden Euro, zu 70 Prozent beteiligen. Zudem steuert der Bund ab 2030 nunmehr 1,3 Milliarden Euro statt ursprünglich 960 Millionen Euro für die Betriebskosten der Länder zu.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.09.2021 berichtet.

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