Schriftzug von Karstadt und Kaufhof (Foto: dpa/Gerten)

Galeria Karstadt Kaufhof will 80 Filialen schließen

Karin Mayer   15.05.2020 | 19:10 Uhr

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof will offenbar 80 Standorte schließen. Nach SR-Informationen will der Konzern sich zunächst von gemieteten Standorten trennen. Außer die Vermieter machen Zugeständnisse bei der Miete.

Eine Liste mit betroffenen Warenhaus-Standorten der Galeria Karstadt Kaufhof ist noch nicht bekannt. Aber mit 80 von insgesamt 170 Standorten würde fast die Hälfte aller Geschäfte schließen. Die Mitarbeiter sollten nach SR-Informationen am Freitag per Telefonschalte informiert werden. Geplant seien zehn Prozent Personalabbau in den verbleibenden Standorten. Außerdem sollen bestimmte Tätigkeiten wie Warenverräumung und Logistik ausgelagert werden. 

Rund 300 Beschäftigte im Saarland

Im Saarland ist nur das Gebäude von Galeria Karstadt Kaufhof nahe der Europagalerie (früher Kaufhof) in Firmenbesitz. Mietobjekte sind der Standort Neunkirchen und die ehemalige Karstadt-Filiale in der Nähe des St. Johanner Markts. Die Warenhäuser beschäftigen im Saarland rund 300 Mitarbeiter.

Die geplanten Schließungen begründete die Unternehmensführung mit den Folgen der Corona-Krise. Sie hat ein sogenanntes Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung angemeldet. Dieses Verfahren ist Teil der Insolvenzordnung.

Verdi kritisiert Missbrauch der Corona-Krise

Die Gewerkschaft Verdi ist über die Pläne von Galeria Karstadt Kaufhof empört. Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagt, die Eigentümer missbrauchten die Corona-Krise, um ihren ursprünglichen Pläne von Standortschließungen und Stellenabbau doch noch durchzusetzen.

Noch vor Weihnachten habe der Konzern Standort- und Beschäftigungssicherung tarifvertraglich zugesichert. Alex Sauer von Verdi Rheinland-Pfalz Saarland sagte dem SR, Ziel sei offenbar über Mietnachlässe zu verhandeln. Vermutlich gebe es vorerst keine Details zu eventuellen Schließungen, um die Verhandlungsposition zu verbessern. Die Schließungspläne des Konzerns haben laut Verdi verheerende Auswirkungen auf die 35.000 Beschäftigten und die betroffenen Innenstädte.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 15.05.2020 berichtet.

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