Ein Schild mit der Aufschrift Chefin steht in einem Büro (Foto: picture alliance/Jan-Philipp Strobel/dpa)

Chancengleichheit: "Nicht heulen, sondern machen"

Kai Forst / mit Informationen von Karin Mayer   10.11.2018 | 12:06 Uhr

Sie sind noch immer in der Minderheit: Frauen in Führungspositionen. Der Verband "Business and Professional Women" (BPW) will das ändern und dabei helfen, Chancengleichheit zu schaffen. Die zentrale Message von BPW-Präsidentin Uta Zech an die Frauen lautet: ""Nicht mehr heulen, sondern machen".

Es gebe immer wieder Strukturen, die verhinderten, dass Frauen in Führungspositionen kommen und etwas bewegen können, sagte BPW-Präsidentin Zech im SR-Interview. "Es ist noch immer so, dass starke Frauen in Führungspositionen fehlen. Da gibt es immer noch einen Männer-Überhang. Es gibt noch ganze Monopole von männlichen Führungsetagen. Und es gibt sehr viele Untersuchungen, die belegen, dass gemischte Teams besser führen als nur Monokulturen."

Interview mit Uta Zech, Präsidentin des BPW-Verbandes Deutschland
Audio [SR 3, (c) SR, 10.11.2018, Länge: 03:51 Min.]
Interview mit Uta Zech, Präsidentin des BPW-Verbandes Deutschland

Der Verband BPW will dabei, helfen Chancengleichheit zu schaffen. Der Bundesvorstand sei daher auf politischer Ebene aktiv, um Strukturen zu verändern. "Die Clubs in den Regionen helfen Frauen außerdem dabei, zu erkennen, was ihre Stärken sind", sagte Zech.

Allerdings sei es noch häufig so, dass Gehaltsunterschiede dazu führten, "dass Frauen häufiger zu Hause bleiben bei den Kindern." Zudem würden mit Blick auf Chancengleichheit Eigenschaften von Frauen in der Gesellschaft häufig anders beurteilt als die von Männern, ist sich Zech sicher. "Ist eine Frau tough, ist sie gleich karrieregeil. Ist ein Mann tough, ist er eine gute Führungspersönlichkeit. Wir wollen für solche Rollenstereotypen sensibiliseren." Um daran etwas zu ändern und die Chancengleicheit zu erhöhen, rät Zech: "Nicht mehr heulen, sondern machen. Sich Ziele setzen und diese auch verfolgen. Und das geht besonders gut, wenn ich Mitstreiterinnen und auch Mitstreiter habe. Auch das sagt der BPW: Ohne Männer geht gar nichts. Partnerschaftlich durchstarten, das wäre das Ziel."

Über dieses Thema wurde auch in der SR-Sendung "Region am Mittag" am 10.11.2018 berichtet.

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