Finanzstaatssekretärin Anja Wagner-Scheid (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Frauen Union fordert mehr Berücksichtigung

Diana Kühner-Mert   07.04.2022 | 19:59 Uhr

Die Neuaufstellung der saarländischen CDU sollte nach Meinung der Frauen Union stärker weiblich geprägt sein. Dafür fordert die FU-Landesvorsitzende Wagner-Scheid Änderungen in Besetzungsverfahren. Eine Kandidatin für die Spitzenämter von Partei und Fraktion gibt es jedoch nicht.

Die CDU Saar ist eine Partei, die von Männern dominiert wird. Parteichef, Fraktionschef, Generalsekretär: überall nur Männer. Das muss sich ändern, finden die Frauen in der Union, spätestens nach der deutlichen Niederlage bei der Landtagswahl.

Video [aktueller bericht, 07.04.2022, Länge: 2:21 Min.]
Frauen-Union fordert paritätische Besetzung wichtiger Parteiämter

Dort hätten weniger Frauen für die CDU gestimmt als bei der Wahl fünf Jahre zuvor, sagt Anja Wagner-Scheid, Vorsitzende der Frauen Union Saar: "Wir müssen inhaltlich und personell Angebote für die Bürger machen. Andere Mitbewerber haben das getan. Die haben gewonnen, die haben mehr Prozente als wir erzielt."

Keine Nachfolgekandidatin für Hans

Die Partei müsse darum auf mehr weibliches Personal setzen. Allerdings sind nur fünf der 19 CDU-Abgeordneten im neuen saarländischen Landtag Frauen. Und wenn es um die Nachfolge von Tobias Hans für die beiden wichtigsten Ämter, den Partei- und den Fraktionsvorsitz, geht, greift mit Stephan Toscani wieder ein Mann nach der Macht. Im Gespräch waren auch schon Peter Strobel und Roland Theis. Frauen? Fehlanzeige.

Frauen Union: "Frauen und Männer zu gleichen Teilen abbilden"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 08.04.2022, Länge: 04:27 Min.]
Frauen Union: "Frauen und Männer zu gleichen Teilen abbilden"

Dabei hätten die durchaus das Zeug dazu, sagt Wagner-Scheid: "Jede der fünf Frauen in der Landtagsfraktion kann eine führende Rolle in der Neuaufstellung übernehmen. Und wir haben einfach den Anspruch, bei den Positionen die da sind, als Frauen Union und als Frauen gesehen zu werden und Funktionen übernehmen zu können."

Keine dieser Frauen hat sich bislang allerdings um einen konkreten Posten beworben. Man strebe eine Teamlösung an, heißt es. Wie die aussehen könnte, ist unklar.

Paritätische Listen und Quoten

Die Frauen Union fordert stattdessen, bei künftigen Wahlen alle Listen paritätisch zu besetzen und wichtige Parteiämter zu quotieren. Beim Bundesparteitag im Herbst solle das besprochen und möglichst beschlossen werden. Bis dahin sind die Spitzenposten im Saarland längst vergeben. Wahrscheinlich wieder an Männer.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 07.04.2022 berichtet.

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