Emmanuel Macron (Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa)

Frankreich schließt ab Montag Schulen und Universitäten

  12.03.2020 | 20:39 Uhr

Frankreich schließt wegen der Coronakrise ab Montag alle Schulen, Universitäten, Kindertagesstätten und Krippen. Das teilte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstagabend mit.

Macron sagte in seiner Rede, dies sei die schlimmste Gesundheitskrise. Trotz aller Bemühungen verbreite sich der Coronavirus weiter. Er kündigte mehr Kapazitäten für Krankenhäuser an, dies habe „absolute Priorität“.

Macron: Müssen Zeit gewinnen

Es gelte, so Macron weiter, Zeit zu gewinnen. Alle Menschen älter als 65 Jahre und Menschen mit Vorerkrankungen sollten so weit wie möglich zuhause bleiben und soziale Kontakte möglichst einschränken.

Die Kommunalwahlen in Frankreich am kommenden Sonntag, 15. März, sollen wie geplant stattfinden. Allerdings gelten besondere Hygienevorschriften, die nach den Worten des Präsidenten strengstens eingehalten werden müssen.

Schulen und Unis geschlossen

Außerdem ist es nach den Worten Macrons wichtig, die Verbreitung des Virus einzuschränken. Daher bleiben ab Montag alle Kindertagesstätten, Krippen, Schulen und Universitäten bis auf Weiteres geschlossen. Arbeitnehmer sollen nach Möglichkeit von zuhause aus arbeiten. Der Öffentliche Personennahverkehr in Frankreich wird aufrecht erhalten, soll aber nur genutzt werden, wenn es unbedingt nötig ist.

Medizinische Einrichtungen, so Macron, müssten sich auf weitere Covid-19-Fälle (Coronavirus) einstellen. Deshalb müssten alle Kräfte mobilisiert werden. Auch Studenten und Rentner sollten für das Gesundheitssystem rekrutiert werden. Nicht notwendige Behandlungen in den Krankenhäusern sollten verschoben werden.

Wirtschaftliche Maßnahmen

Für säumige Zahler und Schuldner kündigte der Präsident an, dass der „Winterfrieden“ um zwei Monate verlängert wird, wodurch etwa Räumungsklagen erst einmal nicht vollstreckt werden.

Außerdem werde es ab kommender Woche eine „massive“ Welle von Kurzarbeit geben. Alle Unternehmen könnten ohne Sanktionen Steuerzahlungen, die im März fällig werden, stunden. Darüber hinaus werde ein europäischer „Aufbauplan“ vorbereitet.

Teilweise Grenzschließungen möglich

Mit Blick auf die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze hält Macron partielle Grenzschließungen für möglich. Diese sollten aber nur erfolgen, wenn sie angemessen und europaweit abgestimmt seien.

Der Präsident appellierte in seiner Rede an die französische Bevölkerung, bei persönlichen Kontakten auf das Händeschütteln zu verzichten und einen Meter Abstand zu halten. „Das erscheint Ihnen vielleicht harmlos, aber diese Gesten retten Leben“, so Macron. Ältere Mitbürger und Verwandte sollten bis auf Weiteres wenn möglich nicht besucht werden.

Aktuelle Infos
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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 12.03.2020 berichtet.

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