Eine Collage zum französischen Wahlkampf zwischen Macron und Le Pen (Foto: Collage - picture alliance/dpa/AP , Francois Mori – Macron, Michel Euler – Le Pen,)

Wahl in Frankreich: Bisher niedrigere Wahlbeteiligung

Axel Wagner   24.04.2022 | 17:25 Uhr

In Frankreich läuft die entscheidende Stichwahl um das Präsidentenamt. Bis zum Nachmittag haben etwa drei von fünf eingeschriebenen Wählern ihre Stimme abgegeben. Damit liegt die Wahlbeteiligung etwas niedriger als zum gleichen Zeitpunkt im ersten Wahlgang vor zwei Wochen.

Heute entscheiden die Französinnen und Franzosen endgültig darüber, wer künftig im Pariser Élysée-Palast regiert. Darf der sozialliberale Amtsinhaber Emmanuel Macron weitere fünf Jahre am Ruder bleiben, oder übernimmt die Rechtsextremistin Marine Le Pen? Seit 8.00 Uhr sind die Wahllokale geöffnet.

Für die Rechtsextremistin ist es die dritte Präsidentschaftskandidatur und die zweite Stichwahl nach 2017. 2012 hatte sie es nur auf den dritten Platz geschafft.

Wahlbeteiligung bis um 17.00 Uhr

Das Innenministerium gab die Wahlbeteiligung bis 17.00 Uhr mit 63,23 Prozent an. Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatten zur gleichen Uhrzeit bereits 65 Prozent abgestimmt. Auch in der Endrunde 2017 lag die Beteiligung bis zum Nachmittag bei 65,3 Prozent. Bereits vor der Stichwahl wurde mit einer eher niedrigen Wahlbeteiligung gerechnet.

Keine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang

Lange Zeit sah es vor dem ersten Wahlgang so aus, als könnte Macron sogar aus dem Stand die notwendige absolute Mehrheit holen. Aber Le Pen holte auf, verkürzte den Abstand. Am Sonntag vor zwei Wochen lag Macron dann mit 27,6 Prozent vor Le Pen (23,4 Prozent).

Seither hat sich der Amtsinhaber weiter berappelt, in einer Umfrage von „Le Parisien“ und „France Info“ kam er am Mittwoch auf 57,5 Prozent, Le Pen auf 42,5 Prozent. Auch das TV-Duell, bei dem sich die beiden Kandidaten am Mittwoch einen heftigen Schlagabtausch geliefert hatten, hat nach Umfragen eher dem Amtsinhaber geholfen.

Wie stimmt Grand Est ab?

Eine große Frage bleibt, wie die Menschen in der Region Grand Est wählen. Le Pens Partei, das Rassemblement National (früher Front National) schnitt hier bei vorangegangenen Wahlen oft stark ab, so auch vor zwei Wochen.

Sollte Le Pen den zweiten Wahlgang gewinnen, hätte das wahrscheinlich verheerende Auswirkungen auf die deutsch-französischen Beziehungen und damit auch auf die Kooperationen und das Leben in der Region.

Zusammenarbeit bei Krankenhäusern, bei Fragen rund um das Atomkraftwerk Cattenom, freier Grenzverkehr ohne Kontrollen oder auch Deutschstunden in elsässischen und lothringischen Schulen – all das wäre akut gefährdet.

Duell zwischen Macron und Le Pen
Was die Präsidentschaftswahl in Frankreich für die Region bedeutet
Am Sonntag entscheiden die Französinnen und Franzosen darüber, wer sie regieren wird: Amtsinhaber Emmanuel Macron oder seine Rechtsaußen-Herausforderin Marine Le Pen. Wie ist die Ausgangsposition in Grand Est - und was bedeutet die Entscheidung für die deutsch-französische Zusammenarbeit, auch in der Großregion?

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